Ih Meierſ< Lui weiß Herr C. Schumann nod folgende nette Sachen zu er- zählen. Weil Meierſch Lui abſolut zu nichts zu gebrauchen war, legten die Verwandten zu- ſammen und transportierten ihn nach Amerika. Wie er kaum drüben war, ſchrieb er einen Brandbrief an ſeine Mutter des Inhalts, daß, wenn ſie ihm nicht ſofort Geld ſchicke, daß er wieder nach Hauſe käme, ſo müſſe er etwas tun, was er nod nie getan habe! -- Selbſtverſtändlich ſchickte ihm die auf den Tod Erſchrokene das Gewünſchte. Lui kam eiligſt aus Amerika zurück, ſeine Mutter fiel ihm freudeſtrahlend um den Hals und frug erſchüttert: „Och, du mei Liewer, was hättſchte dann gedohn, wann 19 dir das Geld nit geſchickt hätt?“ -- „Ei,“ antwortete Lui ebenſo niedergeſchlagen: „Geſchafft!“ Ein anderesmal als Lehrling kam Lui von 'der Arbeit nach Hauſe. „Mutter“, rief er ſchon an der Treppe, „wann mei Meiſchder nit zericknimmt, was er heit morje zu mir geſaht hat, ſchaff ich nimmeh länger bei'm!“ „Do haſchde recht, mei Liewer,“ meinte die, im Glauben, daß ihr Lui ungebührlich beleidigt worden ſei, „was hat'r dann geſaht?* „Ei, ich breicht morje nimmeh anzefange!“ Augenblicklich arbeitet Lui als Rammer bei den Pflaſterern, die bekanntlich nicht arbeiten können, wenn's regnet. So oft nun Lui morgens wach wird, frägt er ſeine Frau: „Kathrin, rähnt 5?“ Und wenn die ihm die Frage mit „nä“ beantwortet, ſagt er, „hall nohmal die Arm em Finſc<hder enaus, vielleicht rähnts doh!“ Wie der Zirkus Stoſch-Sarraſani mit ſeiner Tierſchau hier gaſtierte, wollte ſich Lui unbedingt als Löwenwärter anſtellen laſſen. „Ja,“ meinte der betr. Reſſortleiter, „haben Sie auch genügend Mut zu dieſem gefährlichen Poſten?“ „Wie“, frug Lui zurück, Mut? „Mut?, meh wie Sie!“ „Machenſe keinen Unſinn, Mann,“ ereiferte ſich jener, „ich war beim Fang aller Tiere dabei und hab mehr wie einen harten Kampf mit ihnen beſtehen müſſen!“ „So?2“ meinte der Lui, „dann gehn-ſe jezt mol hämm zu meiner Frau un ſahn-ſe ihr, ich käm eerſ<ht die Naa<gt um 2 Uhr hämm!“ Lui, bevor er verheiratet war, ging, um Geld für ſeinen über alles geliebten Schnaps zu erhalten, ab und zu auch auf den Bettel. Dabei markierte er mit Vorliebe den Blin- den. Später kam er durch Zufall wieder mit einer Frau in Berührung, die er regelmäßig auch auf dieſe Weiſe angeſchnorrt hatte. „Wie,“ hauchte die ihn an, „Sie haben mir doch immer erzählt, Sie ſeien blind?“ „Jaa,“ machte der Lui überlegen, „ich hann vor vierzeh Dach Hochzeit gehatt, un do ſimmer die Auwe erſt uffgang!“ „Lui,“ drohte ihm eines Tages ſeine Frau, „wenn de nit ball ſchaffſht, kinne unſer Kinner ihre Shnawwel ans Zappebrett henke!“ „Immer noch beſſer,“ übertrumpfte er ſie, „als wenn ſe nohgeſaht kräde, ſie wäre Arweiderkinner!“ " Wie Lui kurze Zeit verheiratet war, blieb er eine Zeitlang als braver Gatterich zu Hauſe. Nach einiger Zeit begegnet ihm ſein Freund Willem: „Na, wie gehts in der Eh?“ „Och,“ lächelt Lui in Erinnerung ehelicher Schönheiten, ſoweit ganz gudd -- nure mei Fraa = =“ „Was is dann met der?“ „Ah, je verlangt fortwährend Geld vunn mir, morjens will-ſe Geld, middahs verlangt-ſe Geld, owends verlängt-ſe nohmol, un ſo tuſchur, ähne Dach wie de annere!“ „Um Gotteswille,“ erbarmte ſich der Willem ſeines" Freundes, „das is jo iMlimm; was macht ſe dann met demm viele Geld?“ „Ja,“ kraßte ſich Lui nachdenklich überm Ohr, „ich wääaß nit -- ich hanner noch känns gäwwe!“ „Un,“ frug Lui nun ſeinerſeits ſeinen Buſenfreund, „was macht dann dein Fraa?“ „Ei,“ ſchmunzelt. der, „mein is e Engel!“ „Au!“ ſtaunte da Lui, „do hoſchde awwer Glück ge- hatt, -- mein lebt noch!“ Hoc< „Prince Carneval francais!“ Aus Reden meldet die „Saarbrücker Zeitung“ vom 4. März 1930: Die franzöſiſ<e Grubenverwaltung hat ſich hier einen ſpaßigen Faſt- nachtsſ<erz erlaubt. Jm Vergnügungslokale Klinketal iſt wie überall alljährlich auch Faſchingsttibel für Beamte und Angeſtellte der Grube nebſt Angehörigen und einge- adenen Gäſten. Am Roſenmontag-Nachmittag ſollte Kaffeeklatſch, am Dienstag wieder Tanz ſein. Aber Kuchen! Der franzöſiſche Prince wurde mißgeſtimmt, verlor die Tf itgolaune und unterſagte am Montag die angeſetzten und vorbereiteten Veranſtal- tungen. Der Grund zu dieſer Faſchingslaune iſt auc< bekannt geworden: Saß da am Sonntagabend in den Klinkeltalräumen eine frohgeſtimmte Geſellſ<aft. Ein Lehrer ſpielte ein „rheiniſches Liederpotpourri“, das dann die ganze luſtige Geſellſchaft mit- ſang, auch den Schluß, der in „Deutſchland über alles“ ausklingt. Ein treuer Diener, franzöſiſcher Sekretär N. (aus Eiſaß/ Lothringen, er ſoll auch mal Feldwebel bei den Deutſchen geweſen ſein), meldete den ungeheuerlichen Vorfall ſeinem lieben Herrn, wodurch er dieſem die ganze Faſchingsſtimmung verdarb. Darum unterſagte er weiteren Fa- ſ<hingszauber. So kamen nun die lieben Damen um ihren guten Kaffee und die ganzen Beamten und Angeſtellten um ihre Dienstagsveranſtaltung, doh ſoll bei vielen dieſer Faſtnachtsſherz ſeine Wirkung voll getan, die frohe Laune ſehr geſteigert haben. Denn es it ſehr nett, wenn die Faſtnachtsſtimmung von Original-Auguſten etwas gehoben wird. ' M ip 2