gebrochene, vor ſi< herwimmernde Dorfmeier und der Landmann Nikolaus Huppert, dem jetzt erſt der furchtbare Ernſt ſeiner Lage allmählich aufdämmert. Den unglücklichen Opfern franzöſiſcher Brutalität war ſogar der Beiſtand eines Geiſtlichen und die Reichung des heiligen Abendmahles verſagt worden. Als erſter wurde der arme Dorfmeier auf das Blutgerüſt geſchleppt; ſeine Weh- klagen und Unſc<uldbeteuerungen reißen erſt ab, als der Kopf vom Rumpfe getrennt in den Sand rollte. Einige Minuten ſpäter erlitt Huppert dasfelbe Schickſal -- ſeine lezten Worte klangen in furc<tbare Verwünſc<hungen gegen die niederträchtigen Ver- räter, Iden Blutrichter Ehrmann und die Republik aus. Die raſenden Trommelwirbel aber übertönten in dieſem Augenblick die herzzerreißenden Shmerzensſchreie der Frauen und Kinder, die hoffnungsfreudig gekommen waren, um ihre freigeglaubten Männer und Väter wieder ins Heim zu geleiten . .. Lohmüller und Huppert ſind nicht die einzigen ſchuldloſen Opfer jener Tage. Die weſtliche „Brüderlichkeit“ war viel zu raubluſtig, um ſi< damit zu begnügen. Der Revolutionsalmatahß zählt aus dem Saargebiet 24 Perſonen, darunter auch einige Frauen, auf, die ihr Leben unter dem Fallbeil endigten. Es waren durc<weg begüterte Leute, man tötete ſie, um die bekannte Habgier an dem Geld und Gut der Verurteilten zu befriedigen. In dem Teſtament der beiden äuf dem Schloßplatz in Saarbrücken hingerichteten Bürger heißt es: „Zwar kann das, was wir Eu, liebe deutſche Landsleute, hier zurufen und ans Herz legen, uns ſelbſt nichts mehr nützen. Aber es iſt doch ein Troſt für uns, hier im Angeſicht des uns erwartenden ſchmählichen Todes, im Angeſicht Gottes und unſeres Vaterlandes bezeugen zu können, 'daß wir zwar durch 'die Hand des Henkers -=- aber nicht als Räuber und Mörder -- ſondern als unſchuldige treue deutſche Bürger, die zu ſtolz, zu redlich waren, um ihr Vaterland -- ihren Fürſten zu verraten, ſterben. Und Troſt iſt es uns, wenn wir denken und hoffen dürfen, dieſe unſere an Euch, biedere deutſche Mitbürger, gerichtete letzte Bitte, eine treue ungekünſtelte Darſtellung unſeres Scikſals, unſere treugemeinte ernſtlihe Warnung für Euch bevorſtehenden Gefahren, werden vielleicht noh manches Gute wirken, werden den Deutſchen Mut und Entſchloſſen- heit erwecken helfen, durd) den unſere Vorfahren dem Namen der Deutſchen ein ſo rühm- liches Denkmal errichtet, und durch den nur allein Jhr Euch, Eure Mitbürger und Nach- kommen vor der Mordſucht und Tyrannei ſichern könnt, deren Opfer wir und vor und mit uns ſchon Hunderte von Deutſchen in dieſem beiſpielloſen Kriege geworden ſind.“ Fürſtliche Derordnung zum Erntedankfeſt. (Original im Staatsarc<hiv Koblenz, Abt. 22/3962.) Unſern freundlichen Gruß zuvor Hohedelgebohrener Veß und hochgelahrter, auch Ehrenveſter, Ehrwürdiger, Ehrſamer und Wohlgelahrte, Sonders hochgeehrter Herr und liebe Freunde! Für das unermüdliche Wohlthun unſeres gütig und göttlichen Verſorgers, wovon Wir auch dieſes Jahr überflüſſige Proben erfahren, ſind Wir dem Allerhöchſten mit inbrünſtigem Hertzen demüthigſt zu danken ſchuldig, weshalben' nach bisheriger Obſervanz auf den lezten Sonntag nach Trinitatis das gewöhnliche Erndte Feſt gehalten und über den von fürſtlichen 'Conſiſtorio auserſehenen Text, Pſalm cxix. p. 64: „Herr die Erde iſt Voll Deiner Güte, lehre mih Deine Rechte“, zu Erweckung und Erbauung aller Zu- hörer gepredigt werden ſolle. Wir geſinnen demnach an Unſern hochgeehrten Herrn und Euch, die desfalls nöthige Ausſc<hreiben in hieſiger Special Diveces an alle Evangeliſche Ehren-Geiſtlichen ohngeſäumt zu verfügen, Verſehen Uns deßen gehorſamlicher Darnach- nhtun und ſind zur Erweißung angenehmer Freundſchaffts Gefälligkeiten geneigt und willig. Saarbrücken, den 3ten November 1763. Fürſtl. Naßau Saarbrückiſche zum Conſiſtorio verordnete Geheime Director und Räthe hieſelbſt.