Saarkalender für das Jahr 1928 Blüten aus dem ſaarl. Eiſenbahnſchriftwechſel. Geſammelt von * * Durchsſtöbert man die Akten = nicht allein die alten, ſondern auch die der neueren Zeit —~ so stößt man zuweilen auf Satzbildungen und Redewendungen, die des Humors nicht entbehren. Meiſstenteils iſt es ungewollter Witz, auf alle Fälle trägt er aber etwas Leben in die sonst meiſt trockene Verwaltungspraxis hinein. Nachstehend einige Blüten aus meiner Sammlung: 1. Ein Bahnhofsvorſteher berichtet auf eine Anfrage wie folgt: § jz c[Hciltuch z frihhtend zurückgereicht. Dieser Fall bezieht sich jedenfalls auf einen 2. Gelegentlich einer Gerätereviſion wurde bei einer Dienſtſtelle eine beſchädigte Petroleumlampe festgestellt. Ueber diese Beschädigung äußert sich die Dienststelle wie folgt: „Der Lademeiſter K. stellte die Lampe auf den Tisch und fiel auf eine bis jetzt unaufgeklärte Weiſe um und war kaput.“ 3. Ein alter erfahrener Abferltigungsbeamter, der mit seiner Muttersprache ſtändig auf dem Kriegsfuß ſtand und daneben noch eine beſondere Vorliebe für die französische Sprache halte, leiſtete ſich folgendes. Eines Tages ging eine mit Nachnahme baelaſtete Sendung aus Franktkreich ein. Der Empfänger verweigerte die Sendung, die nunmehr verſteigeri wurde. Hierauf gab der Beamte das Telegramm ab: „ Orande vitesse Novéant votre Expedition Nr. 3 vom 3. 10. 05 destinataire refuser und vendre. Rechnen remboursement 90 Franken à dort retour. Orande vitesse X.' 4. Die Behörde monierte, daß in einer Bahnmeisterei zur Herſtellung eines Zaunes unverhältnismäßig viel Latten verbraucht wurden. Das Monitum verlangt Auskunft über den Verbleib der Latten. Die Beantwortung lautete an die Adresse der Oberrechnungs- homtjtr: Le ſind vernagelt.“ 5. Ein Präsident kommt neu in einen Bezirk und beſucht unangemeldet einen größeren Bahnhof. Hier betrachtet er ſich vom Bahnſteig aus eine komplizierte Weichenverbindung, als ihm der zweite Vorsteher begegnet, der aber den neuen Präsidenten nicht kennt. Der Präsident richtete folgende Frage an den Vorſteher: „Sagen Sie mal, welchen Zweck hat eigentlich hier die Weiche?“ Die Antwort lautete: „Sie wird schon nötig sein, sonſt wäre sie nicht da.“ 6. Ein junger Praktikant wird zu einem Betriebsamt kommandiert und bearbeitet dort Ricchnungsangelegenheiten. Ein Bahnmeiſter legt eine Kostenrechnung vor über Ein- setzen von Fensterscheiben. Es entstand nun folgender Schriftwechsel: „An die Bahnmeisterei. Auf der Rechnung fehlt der Vermerk über den Verbleib des gewonnenen Altmaterials. Antwort. Die zerbrochenen Scheiben sind wertlos und wurden zum Schrott en Un aynmeiſiertt. Es fragt sich, ob die zerbrochenen Scheiben tatsächlich so frertlos waren, daß sie nicht mehr zum Verstopfen von Mauſelöchern haben diener: Antwort des Bahnmeiſters. In meinem Bezirk ſind sämtliche Mauſelöcher mit Glasſcherben verſtopft. Um das w er t v o Il e Material aber nicht umkommen zu laſſen, bitte ich, durch Umfrage festzuſtellen, wo ein derartiger Bedarf vorhanden iſt, ich werde dann die Scherben dorthin abliefern.“ Ä C