Saarkalender für das Jahr 1928 Sinnbild der Macht, die Löwen, die das Wappen schützend umlagern. Aus den Schmuck- buchſtaben des Bloltes, deren Form in anderen Schriften wiederkehrt, iſt zu ſchließen, daß das Blatt in der Hofersſchen Buchdruckerei hergeſstellt ist. . . Von der Frangoſsenzeit erzählt der zweite Druck über einen Landsmann, der dem Kaiser Napoleon folgen mußte und dann unter Louis XVIII. endlich in seine Heimat Fraulcutern zurückkehren konnte. In deutscher Uebersetzung lautet der militärische Abſchied: Königreich Frankreich. Entlassungsſchein. Wir unterzeichneten Mitglieder des Verwaltungsrats des 17. Linien-Infanterie- Regiments bescheinigen hiermit, autoriſiert vom Kriegsminiſter, dem Korporal Chriſtoph Mayer die Entlassung bewilligt zu haben. Er diente in der Kompagnie der Grenadiere des 1. Bataillons d. 85. Linie. Geboren zu Fraulautern im Moſel- Departemenl, Alter: 27 Jahre, Größe: 1,70 Meter, Haare und Augenbrauen: braun, Stirn: gewölbt, Nase: wohlgeformt, Mund: mittelgroß, Kinn: länglich und Lef.z! oval. Er ist eingetragen in die Liſte des Korps unter Nummer angewiesen, sich außerhalb seines Berufes für den Militärdienst bereitzuhalten. Ausgesertigt zu Lille den 23. September 1816. Die Mitglieder des Verwaltungsrates. Parrey, Delannois. Der Oberſt: De Su sbie elle. Seilwärts steht noch folgende Bemerkung: Ueberwiesen in Lille am 23. Sept. !814 eine Anweisung lautend auf die Summe von 30 Franken, gewährt als Soldatenſold für 2 Mcnate bei der Rückkehr aus der Kriegsgefangenſchaft. Lecietcea. Die Rückseite des Scheins führt die näheren Umstände an, die zur Entlaſsſung des Korporale führten. Die Niederschrift ist leider ſchon ſtark verblaßt und in den durch das Zuſammenlegen des Passes entſtandenen Falten nicht mehr zu entziffern. Soweit dies äber möglich war, will ich sie hier in deutscher Uebersetzung wiedergeben: „Wir unter- zeichneten Sanitätsoffiziere des Militärhospitals in Lille bescheinigen nach der Unter- ſuchung, welche wir auf Anordnung des Generals Macors vorgenommen haben, folgendes: Wir haben noch einmal Chriſtoph Mayer genau unterſucht und haben gefunden, daß er von einer Kugel getroffen worden iſt. Sie hat die rechte Schulter von vorne einöringend bis zum Rücken durchschlagen. An der inneren Partie jener Stelle ſind jetzt zwei Ert- zündungstzerde festzustellen, die unser Urteil diktieren: Chriſtoph Mayer ist zu entlassen, da er ſür den Militärdienst untauglich bleibt.“ Der arme Mayer, er muß in den Krieg und hat sicher für den Imperator auch bei Leipzig und in vielen anderen Schlachten gefochten. Tapfer iſt er auch gewesen, denn er avanciert zum Korporal und die Aerzte beſcheinigen ausdrücklich, daß ihn die Kugel von vorne getroffen, die ſeine rechte Schulter ſchwer verletzte. Er kostete die Kriegsleiden voll aus in monatlanger Gefangenschaft. Allerdings erhielt er hierfür die glänzende Entschädigung von – sage und schreibe – 30 Fr. Aber die alte Wunde brennt und schließlich ſchicki man den Invaliden heim nach Fraulautern. Nirgends aber steht in seinen Papieren etwas vom Ehrensold, Pension oder der jetzt so vielbeliebten péeule. „Der Mohr hst seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen,“ so heißt es, und er wendet heimwärts seine Schritte ohne jeden klingenden Dank. Wieviel Glück- und Segens- wünſche der Veleran da noch für das edelmütige Frankreich übrig hatte, ist freilich nicht irerliefert worden, seine Empfindungen werden wohl auf ein Haar den unseren gaglichen zaben. Das eigene Intereſſe jedes Kranken, der Heilung von Aſthma, Lungen- und verwandten Leiden ſucht, verlangt es, von dem Angebot der ſeit vielen Fahren beſtehenden und beſtens bekannten firma Pu hl mann & Co., Berlin 772 Müggelſtraße 25 - 25a, Gebrauch zu machen, und ſich die gratis und franko erhältliche belehrende Broſchüre mit Abbildungen kommen zu laſſen. Beachten Bie die Anzeige im Inſeratentell. . S4Zur feier des Tages, auch des Sonntags, gehört nach altem deutſchen Brauch ein Kuchen auf den Tiſch. Die Behaglichkeit im trauten familienkreiſe erreicht zweife'los ihren Höhepuukt, wenn die Kaffekanne k’ eiſt und der Kuchen herrlich mundet. Dieſe vergnügten Stunden kann ſich he te fede Familie leiſten, mindeſtens wenn Geburts- oder Namenstage gefeiert werden, denn nach Dr. Oetker's bewährten Backrezepten kann die Hausfrr u außer- ordentlich preiswert ihren Kuchen ſelbſt backen. Die Derwendung von Dr. Oetker's Backpulver „Backin“ sichert auch den Anfängerinuen gutes Gelingen der Gebäcke. Beſonders wichtig iſt, daß mit „Backin“ gebackene Kuchen ſehr leicht verdaulich und daher wohlbekömmlich ſind. Das nrue farbig illuſtrrerte Rezeptbuch Ausgabe F iſt fetzt iu allen guten Geſchäft-n zu haben. Es enthält auch viele Rezepte für di: Herſteinng von ſchönen Süß und Geleeſpeiſen. cis ( 86