ECE M... Kurze Umſchau. ot, geistige, politische und wirtschaftliche, in allen Gauen des Reiches, die durch NM Sturm wild aufgewühlte See glättet ſich noch nicht. Wie von allen guien Geiſtern verlassen, liegt mit dem Reich die einst so vornehme Göttin unseres Erdteils, die alle Eurove, auf ihrem vom Siechtum bedrohten Krankenlager, geschüttelt von Fieber- ſchauern. Ihr antiker Götterfreund dagegen, Mars, iſt heute wieder recht geſund und ein vielbesſchäftigter Mann, in Europa ſchleift er sein Schwert an allen Ecken und Enden, in Aſien arbeitet er schon im Akkord. Freiheit und Selbstbeſtimmung sordern auch dort ihr Recht, und vergeblich werden die Herren dieſer Weli jetzt das von ihnen entfachte Feuer zu löschen suchen. England, dieser olle, ehrliche boy, sieht in Asien seine Geldkatze gefährdet und ſchreit verzweifelt: „Jch bin ein Chriſt und fromm und alles Edlen Hüter, Völker Europas wahrt eure heiligſten Güter!“ Italien will ſich, wie immer, neue Niederlagen holen, um dann + auch wie immer –] trotß aller hingenommenen Prügel dennoch gut abzuschneiden. Im Symbol der Heimaterde, des Drecks zu Haus, des Schwarzhemdes, hat Muſsolini, jedes Volksrechts Rinaldini, Glück gehabt. Ob lange noch, steht dahin. Fr an k - r e i ch macht in bleicher Angst um sein Prestige bereits das letzte Wickelkind mobil und stellt + c'est tres dangereux + die älteste, faltenreichſte Chansonette in den Dienst des „bedrängten“ Vaterlandes. Und Mariannes an Ungeziefer reicher Sohn, d er Pnlakt , wenn er sich nicht juckt, uns frech ins deutsche Antlitz spuckt. Die So w j et s haben längst in ihren Wirtſchaftswodka viel Wasser gießen müsſſen. aber er macht noch trunken, denn die Propheten vom Evangelium des ſtaatlichen Zwanges ziehen hinaus in alle Welt. Um hen roten Stern versammeln sich die Gläubigen und predigen, um „eindrucksvoll“ zu wirken, ihre Heilsbotſchaft mit Knüppeln. Allen diesen Herrſchaften gemeinsam ist außer dem Deutsſchenhaß die Ebbe im Geldbeutel und mit ihr die wirtschaftliche Kalamität. Und den Yankee hört man plärren: „Auf, zur Kasse meine Herren!“ § In Genf setzen ſich hin und wider „Okkultisſten“ um den wackelnden Friedenstisch und ſuchen vergeblich den „Geiſt von Locarno“ zu zitieren. Nur Sputgeſstalten übelster Art erſcheinen. Etliche Teilnehmer an der Sitzung lachen ſstillvergnügt, die anderen möchten weinen. Michel iſt stets bei den letzteren; er ſteht wie weiland König Heinrich im Büßer- hemd vor dem erlauchten Publikum, geht ängstlich nur und zaghaft vor, spielt Parzival, den „reinen Tor“. Und wünſcht er was, schreit man: „Hallo, sic volo et sic jubeol Und durch die ſchrille Jazzmusik klingt für die deutsche Republik als der Entente Unterton ein grimmig knurrend Saxophon. Und heimlich bibbern doch die Hoſen vor dem gänglich Waffenlosſen. Statt Frieden und Freiheit von seiten der Macher ein elend jämmerlicher Schacher und ſchließlich neben verstohlener Hetz nichts wie Geſchwätz. „Denk' ich an Deutschland bei der Nacht, ſo iſt mein Schlaf dahin!“ Heines Wort hat heute wieder Geltung. Und dennoch! In allen Kümmernissen der Nachkriegszeit, einer Katastrophe in der Menſchheitsgeſchichte, bliten in dem deutschen Chaos ſchon tröſtende Lichter auf. Unrecht und Gewalt, die letzten Zuckungen einer absterbenden Weltordnung, werden vergehen. Wegweiſer aber einer ſchöneren Zukunft zu sein, iſt das deutsche Volk nach seiner äußern Lage wie durch ſeine Begabung berufen. Den Geiſt, der sich heute in allen Nationen regt, kann man nicht mit Kanonenkugeln töten. Aus der allgemeinen Not wird sich die neue Zeit emporringen. Will aber Deutschland seinen Wert und seine Würde voll in die Wage werfen, so iſt und bleibt eine Kardinalforderung die nationale Einheit, „ſoweit die deutsche Zunge klingt und Gott im Himmel Lieder singt“. Das zuerst 1813 in den Freiheitskriegen heraufsteigende Ideal deutſcher Volksgemein- ſchaft wurde durch die Eiferſucht der Fürſten niedergehalten, leuchtete 1848 in dem Ringen um den deutschen Staatsgedanken erneut auf und konnte, wenn auch nicht voll, erſt durch Bismarck Tat und Wahrheit werden. Nach dem tiefen Fall unserer Tage taucht die alte Sehnsucht wieder auf und wird, verwirklicht, unsere neue Weltgeltung besiegeln. „Das große, treue, tapfere Volk der Deutschen“. wie Freiherr zum Stein es bezeichnete, wird 33 Saarkalender 1928 3