Saarkalender für das Jahr 1927. Blick in die Schloßkirche zu Saarbrücken. Aufn. v. Alfred Wilkens. Wo in der Welt sich Deutsche Je vereinen, Mag Lug und Trug auch Weltgeſchichte ſchreiben, 0b Luft, ob Schmerz schlingt um den Kreis das Band, Herz an der Saar, dich macht kein Slunkern blind. Da schwingt so gern Ihr tiefftes Sein und Meinen Deutsch bist du! Deutsch! Und wirft es ewlg bleiben, Sich aus im Lied – im Liedl vom Vaterland. Was auch noch Macht, Verrat und Lift erſinnt. Und so wie das schon unſs’re Väter trieben, Es lebt ein Gott, der zwar die Prüfung sendet, So treiben wir's erft recht und ohne Scheu, Der aber auch der Treue hilft beftehn; Zumal uns ja kein beſſ’rer Troft geblieben Wir bleiben ftark, bis unsre Not sich wendet, Als unser Lied ~ das Lied von deutscher Treu. Bis frei wir heim zum frelen Deutschland gehn. Sriedrich Thamerus. Belehrende Erinnerungsblätter. Heimat, das war und iſt kein leeres Schlagwort und wird es für uns Deutſche niemals sein. Es iſt ja nur ein Kleines beſcheidenes Wörtchen und dennoch die Hand voll Erde, in der die Seele wurzelt. Staat und Nation sind dem einfachen Manne ſchwere, unklare Begriffe ; aber was Heimat heißt, das weiß er. Heimat iſt kein Begriff, sondern ein Gefühl, das ſchon die Pflanze empfindet. Hans Helmolt. (Das Ehrenbuch des deutſchen Volkes.) „Wenn es nur nicht umſonſt war !“ (Aus dem Ehrenbuch für die Gefallenen vom Ludwigs-Gymnaſium zu Saarbrücken.) „Es muß in der Nation das Gefühl des Unwillens erhalten werden über den Druck und die Abhängigkeit von einem fremden, übermütigen, täglich gehaltloſer werdenden Volke. Man muß sie mit dem Gedanken der Selbsthilfe, der Aufopferung des Lebens und des Eigentums, das ohnehin bald ein Raub der herrſchenden Nation wird, vertraut erhalten.“ Freiherr vom und zum Stein (geb. 26. 10. 1757, gest. 29. 7. 1831). Ich bin sehr ein Liebhaber des Zorns und Haſſes, wenn sie aus dem Gefühl für Recht und Wahrheit entſpringen, und rufe im Glauben der alten Zeit: Fahre die Welt lieber zum Teufel, als daß man den Teufel selbſt nicht beim Namen nennen dürfe. Ernst Moritz Arndt (geb. 26. 12. 1769, geſt. 29. 1. 1860). Unser aller Arbeit letzter Sinn soll immer der Gedanke an das Vaterland und ſeine Zukunft sein! Reichspräsident von Hindenburg. Köln, 21. März 1925. 29