Saarkalender für das Jahr 1927. Kirſchblüte im Bliestal. : Phot. Wentz, Saarbrücken Bismarck und Rault! Eine mitternächtliche Schloßplatz-Begebenheit. Als Viktor vom Saarland Abſchied nahm Und es wuchs des Riesen erzernes Bild, [lf eq. ;;! Bismark voritezhn Bus Arth buht 2s rug Ut hei Haar ~ Den er so gerne dem Deutſchen Reich Da tvurde Viktor mit Schrecken gewabr, In seiner Rolle als Präsident gespielt, ~ Daß der Alte ihn schroff zu gehen hieß, Da hat ers mächtig im Buſen gefühlt, Wie er selber einst Deutsche des Landes bertvies. Daß ihm der Alte da auf dem Sockel Da packt ihn ein Zweifel: War es recht, Das Konzept berdorben mitſamt dem Gockel. Daß ich regierte ſo hundsteufelſchlecht, Drum stellt er noch einmal sein Köfferchen hin Oder habe ich nur auf Paris gehört Und bedachte sich sſo in seinem Sinn, Und am Ende mich selber dabei betört? Wie es seit 20 faſt Jahr um Jahr Er wollte ſprechen ~ der Alte blieb stumm, Mit dem Regieren im Saarland war. Ein grauſes Schweigen brütet ringsum, Doch als er so dachte, der gute Mann, Und starr bleibt gereckt die stählerne Hand, Da schaut ihn der Bismarck gar grimmig an, Es schlottern die Knie dem welschen Trabant, Und es hob sich die stählerne rechte Hand, Und als kein Bitten, „Pardon“ nicht verfing, Den Finger drohend nach Westen gewandöt, Da weinte er still eine Zähre und ging. Ehrende Erinneruugsblätter. §ohvig Brach. „Die Einwohner von Saarbrücken erinnern ſich mit gerührtem Danke der huldreichen Teilnahme, mit der Ew. Exzellenz unſere Abgeſandten aufgenommen, da die Schlechtigkeit es dahin gebracht hatte, uns durch Ränke und Lügen von unserem teueren Vaterlande abzureißen. Vielfach ſind die Leiden, die wir ſeit- dem erdulden mußten : die deutſchen Beamten wurden uns genommen und dafür der Auswurf der Franzoſen an die Stelle geſchoben.' B öck ing an den General-Gouverneur Grun er (10. Juli 1815). „Jedes nationale Volk empört ſich gegen den Gedanken, von Fremdlingen beherrſcht zu werden. Noch größer und tiefer iſt die Empörung bei dem Gedanken, daß nicht ein Fremder, sondern ein Kollegium von Fremdlingen die Herrſchaft ausübt und das Dolk zum Gegenstand der Vermittlung eines Intereſſenausgleiches fremder Staaten gemacht wird.'“ Abg. L e v a ch e r Landesrat, 17. Nov. 1925). „Um Vorabend des ſchwärzeſten Tages für das Saargebiet, das ſich vom 10. Januar ab infolge der zwangs- weiſen zollpolitiſchen Angliederung an Frankreich leider als sichtbar losgelöſt vom deutſchen Mutterlande betrachten muß, des vorbildlichen und feſten Ausharrens d s treudeutſchen Saarvolkes im Kampf um die Deutſcherhaltung unserer Saarheimat in Dankbarkeit und in Treue zu gedenken, iſt Ehrenpflicht für alle Deutiſchen. Unſere Brüder an der Saar, welche dem ganzen deutſchen Volke in ihrer Treue Vorbild und Multer ſind, werden ihrem deuiſchen Mutterlande diese Treue halten, bis die Stunde der Befreiung ſchlägt." Oberlandesgerichtsrat Andres, Vorsitz. d. Bundes d. Saarvereine. (Auf der Grenzmarkkundgebung der Saarvereine Jan. 1925.) 19