Dem Saarkalender 1927 zum Geleit. IM stoe als die Hodenſchätze des Saargebiets iſt für das Reich dio Erhaltung des deutſchen Dolkstums der Saarländer. Ihre wirtſchaftliche und kulturelle Selbſtändigkeit als Grundlage weiterer Ent- wicklung iſt nur gewährleiſtet in dem nationalen Derband, den das Reich darſtellt, in Derbindung mit den Dolksgenoſſen gleicher Abstammung, gleichen Hlutes, die dieſelbe wunderbare dentſche Sprache reden, die der Ausdruck ihres innorſten Empfindens, ihres tieſen Gefühlslebens iſt. Aber mehr noch als der Wunſch, daß wir im Reich nicht oin weiteres Stück deutſchen Hodens verlieren möchten, iſt die Tat wert, die die Saarländer durch ihre vorbildliche Treue und Widerſtandskraſt leiſten, mit der ihre nationale Geſinnung sich als ein kräftiges Hekenntnis zum deutſchen Staat kundgibt. Denn in der Not der heutigen Zeit glauben viele, das Heil auf andere Weiſe finden zu können. Im VWoltkrieg hat sich dio Stärke des nationalen Gedankens offenbart, im Gegensatz zu dem des Imperialismus, der zu einer Derſchärfung der Intereſſen- gegenſätze führte, die zum kriegeriſchen Austrag drängten. Imperialismus iſt ohne Unterdrückung von Fremdvölkern nicht denkbar. - Deutſchland, als Linheitsſtaat auch zu wirtſchaftlicher Macht emporgewachſen, wurde als ein Kindringling in die wirtſchaftspolitiſchen Machtſphären der großen Weltvölker angeſehen, angefeindet und gehaßt. In der uns angeborenen Gutmütigkeit und Rechtlichkeit glaubten wir bei anderen Dölkern auf dieselbe Geſinnung, des Willens zum friedlichen Wettbewerb, rechnen zu können. Wir hatten unterſchätzt das ſtarre Feſthalten der Angelſachſen an der Auffaſſung, das von Gott zur Weltherrſchaſt auserſehene Volk zu ſein, das VDorwvärtsdrängen der einſt von den Deutſchen zurückgehaltenen ſlawiſchen Flut, : die gekränkte Eitelkeit des „an der Spitze der Biviliſation“ marſchierenwollenden franzöſiſchen Dolkes, das seit Jahrhunderten die Dorherrſchaft auf dem euro- päiſchen Kontinent als ihm gebührend anſieht und als Ziel ſeines ehrgeizigen Strebens nicht aus dem Auge verliert. All dieſen Machtgeltiſten ſtand Deutſchland im Wege, dem in wachſenden I Wohlſtand unbekümmert dahinlebenden, deutſchen Volk schlug plötzlich der neidvolle Haß einer ganzen Welt entgegen. Das brachte ihm die inſtinktmäßige Erkonntnis von der Notwendigkeit, auch als Nation zu handeln, wie uns die anderen anſahen und empfanden, mit einem einheitlichen Willen zur Selbſt- behauptung.