Saarkalender für das Jahr 1925 Aus der Kinderſtube. Herr K. Sch. schreibt: Elli, die das erſtemal einer Taufe beiwohnt: „Mutti, begießt man das Kind, damit es wächſt?“ & A : „500 Elefanten braucht man jährlich zur Herstellung von Billardkugeln.“ B : „Enorm! Wie nur solch große plumpe Tiere dieſe niedlichen runden Bälle fertigbringen!“ # _ Ennil iſt aus der Schule entlaſsſen und ſoll eine Stellung als Stift antreten. Der Lehrer gibt ihm für die Zukunft gute Lehren. „Das Wichtigste iſt jetzt, daß Du Dir gleich zu Anfang das Ver- troprr Heines Chefs. erwirttt: Du weißt doch auch warum?“ g,Ja,“ sagt Emil, „damit kein Ver- Der halskranke Bergmann. Eine Bergmannswitwe hatte nach vielen vergeblichen Versuchen erreicht, daß ihr Sohn in der Grube anfahren konnte. Sie ſteckte ihm alles bei und machte ihm immer vor der Einfahrt gute Butterſchmieren, damit er ja nicht von Kräften komme. Er blieb auch dick und fett bei der Sache. Trotzdem klagte er zuhause immer, er könne nichts hinunter- bringen, die Arbeit sei zu ſchwer für ihn. Die Frau wußte sich zuletzt keinen Rat mehr und ging ſchließlich zu dem Steiger, um dieſen wegen der Krankheit ihres Sohnes zu befragen und weshalb er das Eſſen nicht hinunterbringe. Der Steiger hörte ruhig zu und als die Frau fertig war, meinte er trocken: „Et is kä Wunner, daß der nix in de Gr ube enunnerbringt, dann der wid elt alles ſchun ejowe“ (oben). ? III TI Der Baar-Hängerbund auf dem deutſchen Hängerbundesfeſt in Hannover. Von Dr. R as k i n. Das neunte Deutsche Sängerbundesfeſt, das vom 28. bis 26. Auguſt 1924 in Hannover staltifand, wurde zu einer begeisterten Kundgebung für das deutſche Lied und seine ihm innewohnende nationale Kulturkraft. Gegen 40 000 Sänger aller deutschen Lande waren freudig herbeigeeilt, um vor aller Welt ein Zeugnis ihrer Gesinnung abzulegen, ein Zeugnis, das in seiner ungeheuren Wucht die Ueberzeugung befestigte, daß gerade die deutſche K un ſ wie kein anderes Mittel imstande iſt, alle diejenigen sich als ei n Vo [ k erkennen zu lassen, die ihrem Füllen und Wollen in der gleichen herrlichen deutschen Mutterſprache Ausdruck geben. Aus allen Gauen des Vaterlandes: von der heimatsehnſüchtigen Saar bis hinauf zum Memelstrand, von den ſturmgehärteten Gestaden der Nordsee bis hinab zu den ſonnenumfluteten Bergen ODesterreichs, ja aus Nord- und Südamerika hatte das beutzcht Lied die deutschen Sänger zu gemeinsamer Tat zuſammengerufen. Sie kamen in he len Scharen willig und freudig ihm die begeiſtertſte Huldigung darzubringen, die je ein Volk seinem Lied dargebracht hai. Was bisher kaum ein Programm fertiggebracht: das deutsche Lied erwies sich als eine Macht, die über Partei und Bekenntnis, über Reichtum | und Armut und allen Klassengeiſt hinweg deutſche Männer zuſammenführte und ihnen bie ungebrochene Größe ihres Vaterlandes zum Erlebnis werden ließ. Mit besonderer Genugtuung durften die Sänger von der Saar feststellen, daß sie überall, wo ihre Lieder erklangen, begeiſtert aufgenommen und ihnen von allen deutſchen Brüdern der Wunſch mit auf den Weg gegeben wurde: Möge bald im Morgenrot einer neuen großen deutſchen Zukunft das befreite Saarland der großen gemeinsamen Heimat zurückgegeben werden, zurückgegeben, damit ſie alle vereint teilnehmen an der großen Zukunftsaufgabe einer Kultur, die bisher führend in der Welt auch fernerhin im Schutze des Völkerfriedens eine eh Miu z1 Hutu qt pt zr tfrſeclese zuckte. geutetrtn cs) großen Erfolg in Hannover errungen haben. Und worin anders könnte dieſer Dank beſſer bestehen, als mitzuhelfen, daß die Hoffnungen, die auf uns gebaut sind, zu erfüllen. In dieſem Gedanken bleibe das Ziel: Schützet die deutſche Kunst und verachtet ihre Meister nicht! Erkennet, daß Ihr auch in der Kunſt Euer Deutschtum bekennen müßt)! Lasset das deutsche Lied nicht brachliegen, sondern ſchöpfet aus feinem unversſiegbarn. Quell die Kraft, die in Euch die Freude + Deutſche zu ſein ~ wachhält, anfacht und zu heiligen Flemnme emporlodern läßt, in der alles Falſche und Wesensfremde zur Alſche werden muß:! :| E | 144