Vorwort. „«-- Du gleichſt dem Vaterland, Dem tief in ſich geſpalt'nen ; Von einem innern Lebensband Zuſammen doch gefialt'nen !“* Rückerf. D er Weltkrieg mit ſeinen nach außen fiin noch unüberſehbaren Jolgen hat im 2 Innern des Reicfies durch politiſche Leidenſchaften und ſchwere wirtſchaftliche Kämpfe die einzelnen Volksteile entfremdet. In dem Chaos blieb aber die Pflege und der Stolz auf die Stammesart des Cinzelnen und damit die dem deutſchen Semüte eigene, fiefe Heimatliebe. Kier ſiegt die Urſache für das erfyeuſiche Nuf- bſühien einer kerzenswarmen Keimat-Literatur, die ſich vielfach in das ſchlichte, aber praktiſche Sewand eines Kalendeys Aüllt. Seine Nufgabe iſt es, in der Seſchichkte, Nrbeit, Cigenart und Schönfieit des engeren Landesteils das darin rufiende, für alle verſöinende Moment zu erblicken und über das verwirrende Parteigezänk fiinweg in alſen Ständen das Semeinſame, das Cinigende wachzurufen. Das zerriſſene innere Lebensband der Volksgenoſſen ſoll, aufs neue feſt geſchlungen, in der Keimatliebe aufleuchten und dort ſeinen Kraftvolſſen Nährboden für die Kingabe an das große Vaterland finden, Cin Volk in Not, wie das Saarland, kieute ein vom Lend bedrängtes, Kleines Wirtſchaftsgebiet für ſich, getrennt vom Mutterlande, ſieht längſt in dieſer Zeit des Leidens in allen Volksteilen eine rühirende Liebe zu der alten 9renzmark emporlodern. Iun erſt recht kaben wir ifin lieb, den alten preußiſchen 4renzwart, nicht nur im GSſück, nein, „mit Wunden und mit Narben biſt du, Liebſter, mein!“ Alle Voſlks- genoſſen im Saarrevier fühlen das einigende Band der Keimat-Liebe: die wechſel- voſſen veſchicke eines tapferen deutſchen Srenzſtammes, das zähie Feſthalten an der Schoſſe, die alles Clend immer wieder ſiegreich überwindende Kraft und Intelligenz ſeiner Bevölkerung, die Schönfieit ſeiner Berge und Wälder laſſen uns treu vereint Kand in Hand ſtehen. Die in fiundert Stürmen bewährte Seele dieſes Landes- iſt es, die in uns allen lebt, in alſem Unglück wird ſie auch in Zukunft das Beſte in uns unverſefirt erfiaſten: „den flieſſen Cdelſtein, das treue deufſche Herz!“ Viele dey Unſrigen leben weit, weit in der Welt zerſtreut; das Schickſal -führte ſie bis San Francisco, Kapſtadt und Argentinien. Sie zogen hinaus und fiatten die im Sſücke lebende Mutter faſt vergeſſen. Äeute regt ſich bei ihnen allen eine fierzſiche Jeilnafime, ſie ſenden Worte des Iroſtes und unſerer Koffnung ein frohes Sſückauf. Nuch in ifinen erwachte aufs neue das unzerſtörbare Sut heimatlichen Seiſtes, er ſefint und ſorgt ſich in wehmütiger Klage. NCC dieſem Fühilen will das vorliegende Buch eine Keimſtätte bieten, "ohne Bitter- Reit, oine Kaß. Es iſt geleitet von dem Sedanken, daß tägliches Leid den Plick