354 Militärregierung beharrte bis Ende 1949 auf ihrem Genehmigungsrecht 148 . Die deutsch-französische Kommission in Neustadt, die im August 1948 ihre Arbeit auf ­ nahm, setzte sich aus dem jeweiligen Kreisdelegierten, dem Öffentlichen Kläger, ei ­ nem Vertreter des Gouverneurs, des Landeskommissars und der Spruchkammer zu ­ sammen 149 . Zwar wurde die Entnazifizierung durch die Amnestie deutlich beschleu ­ nigt, die Militärregierung bekam aber wegen der Auswirkungen Bedenken. Sie ord ­ nete daher Ende Oktober 1948 an, daß alle Amnestieanträge von hohen und höheren Angestellten und Beamten des öffentlichen Dienstes, die zuvor entlassen worden wa ­ ren, vorerst nicht mehr bearbeitet werden sollten. Es müsse auf jeden Fall verhindert werden, daß die Ergebnisse der Entnazifizierung durch die massive Rückkehr ehe ­ maliger Parteimitglieder zunichte gemacht werde (ä eviter la reoccupation systema- tique des hauts postes de l Administration par d'anciens nazis) 150 . Anfang Februar 1949 ordnete Junglas an, daß die Fälle der gering belasteten Natio ­ nalsozialisten, bei denen eine Amnestie trotzdem nicht in Frage kam, mit einem Säu ­ berungsbescheid des Öffentlichen Klägers abzuschließen seien. Die Militärregierung beauftragte die bereits bestehenden deutsch-französischen Kommissionen mit der Überprüfung 151 . Hettier de Boislambert ermahnte die Kreisdelegierten, ihrerseits zu einem raschen Abschluß der Entnazifizierung beizutragen. Die bevorstehende Bun ­ destagswahl, die finanzielle Belastung des Haushalts und die ablehnende öffentliche Meinung würden dies erforderlich machen 152 . Das Ende der Spruchkammerorgane - Bilanz Der stellvertretende Landeskommissar Wolf schied Ende März 1950 aus dem Staats ­ dienst aus und kehrte zu seiner Firma BASF zurück. Die Abteilung Pfalz des Lan ­ deskommissariats wurde aufgelöst, ihre Funktionen gingen an den Landeskommissar in Koblenz über 153 . Im Landeskommissariat waren bis zu seiner Auflösung am 4. April 1951 noch 84 Beamte und Angestellte beschäftigt. Danach arbeiteten nur noch drei Beamte und neun Angestellte in der Abwicklungsstelle im Innenministe ­ rium. Am 30. September 1951 wurde auch diese Stelle aufgelöst; die Abteilung 2 des Innenministeriums übernahm ihre Aufgaben 154 148 GMRP/EPU 1785: Roynette an Junglas, 14.10.1949; LHA KO 856 A/68. 149 GMPA/AA/INT 7346: Brozen-Favereau: Note de Service, 10.8.1948; AOFAA RPP c.988 p.3. Im Be ­ reich des Landeskommissariats Koblenz wurden mehrere Unterkommissionen der deutsch-französi ­ schen Kommission gebildet; GMRP/District Titves: De Vassoigne an den Kreisdelegierten in Saar ­ burg, 13.9.1948; AOFAA RPc.l 100. 150 GMRP/CAB 8221: Hettier de Boislambert an Altmeier, 26.10.1948; GMRP/EPU 10018: Julitte an Junglas, 23.12.1948; AOFAA RP c.l 104 u. c.943 p.26. 151 Junglas: VA, 10.2.1949; GMRP/EPU 535: Roynette an Junglas, 5.3.1949; Min.blatt-RLP Nr. 6/49 (23.2.1949), S. 53f. u. AOFAA RP c.901 p.5. 152 GMRP/EPU: Hettier de Boislambert: Note de service, 13.6.1949; GMRP/EPU 1221: Roynette an Jun ­ glas, 11.6.1949; AOFAA RPc.901 p.5 u. 7. 153 LK/Pfalz: Wolf an Capitaine Schneider, 28.3.1950; AOFAA RPPc.2312 p.2 d.724. 154 "pfälzische Volkszeitung", 10.10.1950; Junglas: Pressemitteilung, 22.5.1951; Min.Innern an das Reg.präs. Trier, 23.10.1951; LHA KO 856 A/28 u. 26.