248 schließen: Celles-ci ne venaient qu'en troisieme urgence parce qu'aussi bien les grands nazis etaient arretes et internes, ils ne constituaient donc pas un danger im- mediat. Tel etait le programme 8 . Ende 1946 wurde die Entnazifizierung der Verwaltung für fast abgeschlossen und die Maßnahmen in der Privatwirtschaft für weit vorangeschritten erklärt. Die Überprü ­ fung der Internierten hatte noch nicht begonnen. Für Laffon kam daher eine Über ­ nahme des Entnazifizierungsverfahrens der amerikanischen Zone nicht in Frage: Dans ces conditions il ne peut etre question pour nous d’abandonner cette politi- que d'elimination des plus inßuents et des plus coupables pour adopter main- tenant un Systeme de poursuites generalisees comme en zone americaine qui, par les sentiments d'insecurite qu'elles creent dans la population, apporteraient plus de troubles sociaux que de garanties reelles ä l'oeuvre que nous poursuivons en Allemagne 9 . Amal erstellte Anfang November 1946 für Laffon einen Überblick über die bisheri ­ gen Versuche in der französischen Zone, die Entnazifizierung auf eine gesetzliche Grundlage zu stellen. Seit dem Erlaß der Direktiven Ende 1945 war nur in Württem- berg-Hohenzollem eine deutsche Säuberungsverordnung erlassen worden; diese habe aber im wesentlichen das bestehende Verfahren legalisiert 10 . Im Land Baden sei momentan ein Gesetzesentwurf in Arbeit, der aber in seiner derzeitigen Form für die Militärregierung unannehmbar sei 11 . Die anderen Gouverneure hätten auf der Konfe ­ renz in Baden-Baden am 1. Oktober 1946 keinen Handlungsbedarf gesehen. Amal plädierte trotzdem für eine neue gesetzliche Grundlage der Entnazifizierung, um den Auftrag der KR 38 umsetzen zu können. Er schlug die Übernahme der württembergi- schen Verordnung durch alle Länderregierungen vor: Je crois donc que pour eviter des discussions oiseuses, et dans la mesure oü un texte juridique vous paraitrait sou- haitable, il y aurait lieu de demander aux Ministres allemands d'adopter purement et simplement le texte du Württemberg l2 . Zwei Wochen später kam er jedoch zu der Überzeugung, daß ein neuer Text notwen ­ dig sei. Er plante, in enger Abstimmung mit dem Direktor der Justizabteilung der GMZFO, Robert Schmelck, einen Gesetzestext zu entwerfen, der dann von den deut ­ schen Länderregierungen unter ihrem Namen veröffentlicht werden sollte: ll ne devrait etre admis que des petits modifications de detail et encore cela n'est-il pas souhaitable. Parallel dazu sollten die Kontrollbefugnisse der Militärregierung neu festgelegt werden 13 . Auf dieser Grundlage entstand die erste Baden-Badener Direk ­ 8 CCFA/CAB: "Projet de Conference de presse", 12.4.1947; AOFAA DGAP c.3302 p.91 d.l. 9 CCFA/CAB/C 3427: Laffon an die Ländergouvemeure, 2.4.1947; MAE Y 1944—49 d.440/133-135. Siehe auch das Ergebnisprotokoll der Konferenz der Ländergouvemeure am 1. Oktober 1946: CCFA/CAB/C 7145: Laffon, 4.10.1946; AOFAA LAFFON c.3 Serie 4 u. AP GG d.7-U. 10 "Rechtsanordnung zur politischen Säuberung", 28.5 1946; siehe das Kapitel C.5.2. 11 Zur badischen Gesetzesinitiative des Staatsrates Erwin Eckert: Grohnert, S. 172ff. 12 CCF A/CAB: Amal an Laffon, 5.11.1946; AOFAA DGAP c.3306 p. 117. 13 CCF A/CAB: Amal an Laffon, 19.11.1946; AOFAA DGAP c.3306 p.l 17. Der badische Justizminister Paul Zürcher wurde beauftragt, einen Gesetzesentwurf auszuarbeiten; GMBA/CAB 25: Gouverneur Pene an Laffon, 26.11.1946; AOFAA DGAP c.233 p.51. Hierzu: Grohnert, S. 178ff.