241 gen zu lassen, um die Arbeiten zu beschleunigen; bis zum 1. Juli sollte der Direkti ­ venentwurf fertig sein 16 . Unter der Bezeichnung DIAC/APSC/NADSC/P(46)1 wur ­ den die einzelnen Artikel durchgesprochen. Delechaux forderte größere Handlungs ­ freiheiten für den Zonenkommandeur. Außerdem dürften die bisherigen Entnazifizie ­ rungsmaßnahmen nicht in Frage gestellt werden. Auch der sowjetische Versuch, die beiden Personengruppenlisten (für die Kategorien I und II) des Befreiungsgesetzes in den Direktiventext aufzunehmen, stieß auf seinen Widerstand. Delechaux’ Kompro ­ mißvorschlag lautete, diese Listen nur als unverbindliche Handlungsanleitung der Direktive als Anlage beizufügen. Am 2. Juli stimmte der NADSC dem Direkti ­ venentwurf zu und legte ihn dem APSC zur Beratung vor. Nach mehrmaliger Verta ­ gung wurde er erstmals am 6. August diskutiert 17 . In der Zwischenzeit hatte Baden-Baden erneut die Informationspolitik der französi ­ schen Kontrollratsgruppe scharf kritisiert. Laffon forderte Noiret auf, die Be ­ richtsprotokolle der verschiedenen Gremien regelmäßig nach Baden-Baden zu schic ­ ken und ihn über alle Diskussionen auf dem Laufenden zu halten: II parait anormal que le representant frangais soumette au sous-comite de denazification des projets dont le GMZFO n'a jamais eu connaissance 18 . Eine engere Zusammenarbeit zwi ­ schen Baden-Baden und Berlin sei gerade in der Frage der Entnazifizierung notwen ­ dig 19 : ... car il est desagreable que les decisions du GFCC viennent interferer dans la politique suivie en zone frangaise sans qu'il ait ete tenu compte de l'avis du GMZFO 2 °. Meinungsverschiedenheiten im APSC und im DIAC, unter anderem über die Aussa ­ gekraft der beiden Listen mit den automatisch zu entlassenden Personengruppen, führten dazu, daß der Entwurf einschließlich der strittigen Punkte am 4. September dem CORC vorgelegt wurde 21 . Er wurde im CORC unter der Bezeichnung CORC/P(46)301 beraten; auf französischer Seite nahmen neben General Noiret, Tarbe de Saint-Hardouin, der politische Berater General Koenigs, und Generalse ­ kretär Bapst an den Beratungen teil 22 . Die Urteilsverkündigung im Nürnberger Pro ­ zeß verhinderte die für Anfang Oktober angesetzte Unterzeichnung der KR 38. Noi ­ ret äußerte Bedenken, da die Direktive zum Teil im Widerspruch zum Urteil stehe: Einige der bislang als verbrecherisch angesehenen Organisationen (SA, Reichsregie ­ rung, Generalstab und Oberkommando der Wehrmacht) waren vom Internationalen 16 DIAC/APSC/NADSC/M(46)9, 11.6.1946; DIAC/APSC/M6mo(46)38, 14.6.1946; AOFAA DG AP c.232 p.47 u. GFCC DGAA c.l 10 p.2. 17 DIAC/APSC/NADSC/M(46) 10 u. 11, 25.6. u. 2.7.1946; DIAC/APSC/NADSC/P(46) 1-Rdvise, 29.6.1946; DIAC/APSC/NADSC/M6mo(46)7, 6.7.1946; AOFAA DG AP c.232 p.47 u. MAE Y 1944—49 d.532/44-91. 18 CCFA/CAB: Note an Martin in Berlin, 19.7.1946; AOFAA DG AP c.232 p.47. 19 Ab Juni 1946 bis Februar 1948 fanden in unregelmäßigen Abständen gemeinsame Konferenzen der GFCC und des GMZFO alternierend in Berlin und in Baden-Baden statt; AOFAA GFCC DGAA c.l02 u. DGAPc.3306p.117. 20 Note, 19.7.1946 (Anm. 18). 21 DIAC/APSC/Memo(46)60 u. 61, 16. u. 27.8.1946; DIAC/APSC/M(46)22, 23, 24 u. 25, 27.7., 7.8., 22.8. u. 5.9.1946; AOFAA GFCC DGAA c.109 p.7, c.l 10 p.2 u. MAE Y 1944-49 d.531/132 u. 158f. 22 CORC/P(46)301, 13.9.1946; CORC/M(46)50 u. 51, 24. u. 27.9.1946; AOFAA DGAP c.232 p.47.