80 aneantir toute possibilite d'une reprise rapide de la vie economique 15 . Vorerst sollte nur das Führungspersonal in den Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten oder einem Kapitalbestand über 500.000 RM (Stichtag war der 1. Januar 1945) entnazifiziert werden. Als Betroffenenkreis nannte Laffon patrons, membres des Conseils d'administration et de direction, ingenieurs et cadres. Auch im Bereich der Privatwirtschaft waren lokale Untersuchungsausschüsse und mehrere Säuberungskommissionen vorgesehen. Die personelle Zusammensetzung wurde aber zahlenmäßig vorgeschrieben. Für die Untersuchungsausschüsse galt fol ­ gende Zusammensetzung: - ein Vertreter der Unternehmerschaft - ein Vertreter der leitenden Angestellten und Ingenieure - ein Vertreter des Meisterpersonals - zwei Vertreter der Arbeiter und Angestellten Die Mitglieder wurden auf Vorschlag der jeweiligen Interessenvertretung vom deut ­ schen Verwaltungschef ernannt. Sie überprüften die Angaben im Fragebogen, stell ­ ten eigene Ermittlungen an und stuften die Betroffenen in folgende Kategorien ein: 1. Personen, die als politisch unbelastet gelten konnten; 2. Personen, die analog zu den Vorschriften der Verwaltungssäuberung automatisch zu entlassen waren; 3. verdächtige Personen, die als NS-Aktivisten oder als Denunzianten galten, so daß ihr weiteres Verbleiben am Arbeitsplatz unerwünscht war (ayant eu une activite teile que sa presence au poste qu'elle occupe serait de nature ä compromettre en Allemagne le retablissement des libertes des institutions democratiques). Die Direktive betonte, daß die Einstufung des Betroffenen nicht allein aufgrund der formalen Belastung erfolgen dürfe. Die deutschen Organe sollten vielmehr versu ­ chen, die tatsächliche nationalsozialistische Aktivität festzustellen. Eine außerge ­ wöhnlich rasche berufliche Karriere oder überdurchschnittliche Gewinne könnten da ­ für Anhaltspunkte liefern: Le fait de n'etre pas qffilie ä teile ou teile Organisation ou de n’avoir appartenu ä aucune, ne sera pas considere comme absolutoire l6 . Der Untersuchungsausschuß bereitete die Akten der Personen der dritten Kategorie (s.o.) vor und übergab sie der Säuberungskommission. Für die zweite Gruppe schlug er selber Sanktionen vor: Je nach Ausmaß der Belastung ein zeitweiliges oder ein end ­ gültiges Beschäftigungsverbot in einer Führungsposition. Danach übergab er den Fall der Säuberungskommission. Diese setzte sich aus sieben Personen zusammen: - ein Beamter der deutschen Wirtschaftsverwaltung - je ein Vertreter der Unternehmerschaft sowie der leitenden Angestellten und Ingenieure, beide von der Wirtschaftsverwaltung ernannt - ein Vertreter des Meisterpersonals und zwei Vertreter der Arbeiter und Angestellten, von der Gewerkschaft vorgeschlagen - ein Repräsentant der Antifaschisten oder der Opfer des Nationalsozia ­ lismus (ojfrant toute garantie d'integrite), vom Verwaltungschef bestimmt 15 Ebd. 16 Ebd.