78 sympathisants du nazisme, mais de les rendre inoffensifs en les plagant dans des po- stes de second ordre ou en les mettant dans un rapport de stricte dependance vis-ä- vis d'autres fonctionnaires nommes ou promus pour la solidite de leurs convictions anti-nazies 8 . Die automatischen Entlassungskategorien des SHAEF-Handbooks wurden über ­ nommen 9 und für die NS-Jugendorganisationen verschärft. Als neue Grenze galt für die HJ der Rang eines Gefolgschaftsführers und für den BDM die Mädelgruppenfüh ­ rerin. Die eigentliche Aufgabe der neuen deutschen Organe bestand darin, über Na ­ tionalsozialisten, die nicht automatisch zu entlassen waren, individuell je nach Bela ­ stungsgrad abgestufte Sanktionen zu verhängen. Laffon zählte drei mögliche politi ­ sche Belastungen auf (regles nouvelles): - Personen, die aktiv die NS-Propaganda unterstützt oder an NS-Aktivitäten teilge ­ nommen hatten; - Personen, die zwar nicht direkt an NS-Aktivitäten teilgenommen, aber ihre Namen dazu hergegeben oder eine materielle Unterstützung geleistet hatten; - Denunzianten 10 11 . Deutsche Untersuchungsausschüsse und Säuberungskommissionen überprüften alle Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung und in Einrichtungen des öffentlichen Rechts. Sie setzten sich aus Vertretern des betreffenden Verwaltungszweiges und aus Repräsentanten des politischen, konfessionellen und gewerkschaftlichen Milieus zu ­ sammen; die ersten wurden vom jeweiligen Behördenleiter, die anderen vom Ver ­ waltungschef des Landes ausgewählt. Alle Mitglieder sollten zu den Gegnern des NS-Regimes zählen (ayant souffert dans leur per sonne, carriere ou biens du regime national-socialiste) u . Diese Mitgliederstruktur sollte verhindern, daß technische Sachzwänge das politische Ziel der Entnazifizierung überlagerten: Cette composition permet d'etablir un equilibre entre les considerations techniques et les considerati- ons politiques. Elle permet aux groupements allemands anti-nazis ... de faire enten- dre leur voix et de participer d'une fagon active ä la mise en place d’une Administra ­ tion Allemande epuree 12 . Als 1. Instanz wurden auf Kreisebene Untersuchungsausschüsse (Delegation d'Instruction) eingerichtet, die die Arbeit der 2. Instanz, der Säuberungskommissio ­ nen, vorzubereiten hatten. Sie überprüften die Angaben in den politischen Fragebö ­ gen durch Vergleich mit den Personalakten und aufgrund eigener Ermittlungen; sie durften Zeugen befragen und den Betroffenen vorladen. Sie beurteilten, ob die Per ­ son unter die automatische Entlassungsliste des SHAEF-Handbooks fiel. War dies der Fall, schloß der Untersuchungsausschuß die Ermittlungsakte ab und überreichte sie der Säuberungskommission. Wurde der Betroffene nicht automatisch entlassen, gab der Ausschuß die Akte zur Entscheidungsfindung an die 2. Instanz weiter. Säu ­ 8 Rapport, 31.12.1945; Laffon, 19.9.1945 (Anm. 1 u. 5). 9 Laffon verwies auf den Anhang A, B u. D der Sektion V des SHAEF-Handbooks. 10 Ebd. 11 Falsche Interpretation bei Grohnert, S. 60. 12 Rapport, 31.12.1945 (Anm. 1). Siehe auch: CCFA: "Zone fran^aise d’occupation: Resultats six mois d'occupation”, März 1946; MAE Y 1944-49 d.435/85ff.