52 1948 106 . Zuvor hatte Ministerpräsident Hoffmann aber dem Hohen Kommissar Grandval Zusagen müssen, daß für ihn weiterhin die Möglichkeit bestehe, über das Innenministerium unerwünschte Personen ausweisen zu lassen, wenn er die öffentli ­ che Ordnung für gefährdet hielt: ... par suite d'un accord intervenu entre le Gouver ­ nement de la Sarre et lui-meme (dem Hohen Kommissar; R.M.) il pourra, s'il estime que des raisons d'ordre public s'opposent ä la presence en Sarre de cet etranger, obtenir du Ministere de l'lnterieur du Gouvernement de la Sarre que celui-ci pro- nonce ä l'encontre de cet etranger une interdiction de sejour. Cette interdiction de sejour permettra le refoulement l07 . Ein Vermerk der Mission Diplomatique vom No ­ vember 1954 zählte 37 Ausweisungsbefehle der saarländischen Regierung seit 1948 auf, die aber in keiner Beziehung mehr zur Entnazifizierung standen 108 106 "Gesetz über den Aufenthalt im Saarland", 29.7.1948; ABl-Saar Nr. 83/48 (6.11.1948), S. 1324-1326. 107 HCRFS/JUR 250: Antoine an Leroy, 21.10.1948; MAE NANTES MissJur. G VI 6. Das Aufenthalts ­ gesetz sah unter anderem den Entzug der Aufenthaltserlaubnis durch den Innenminister bei Ausländem vor, deren Verhalten geeignet ist, wichtige Belange des Saarlandes zu gefährden. Ein Entzug der Auf ­ enthaltserlaubnis war mit der Auflage verbunden, binnen einer Woche das Saarland zu verlassen, ande ­ renfalls drohte eine Abschiebung (§§ 5 u. 6). 108 Mission diplomatique, November 1954; MAE NANTES Miss.Jur. H II 2bis. Die Frage, wer die Aus ­ weisungen der Jahre nach 1947 (bekanntester Fall: Pfarrer Bungarten) jeweils zu verantworten hatte, ist bisher noch nicht eindeutig geklärt worden. Aus zeitgenössischer Sicht: Schneider, Das Wunder, S. 150ff. Hinweise bei: Heinen, Armin: Vom frühen Scheitern der französischen Saarpolitik. Zum Ver ­ hältnis von Ökonomie und Politik an der Saar 1945-1950, in: Von der "Stunde O" zum "Tag X", S. 155-174, hierS. 166.