50 comme incapables, malgre tous les efforts qui pourront etre tentes, d'etre gagnes aux idees democratiques 95 . Es gebe außerdem nicht nur eine saarländische öffentliche Meinung, sondern auch eine interessierte Öffentlichkeit in Frankreich. Diese würde es nicht verstehen, daß die materiellen Vorteile, die sich aus der wirtschaftlichen An ­ gliederung der Saar an Frankreich für die dort lebenden Personen ergeben werden, auch denjenigen zugute kämen, die keine Saarländer seien beziehungsweise sogar für die Verbrechen des NS-Regimes verantwortlich gewesen waren 96 . Die angeordneten Ausweisungen würden die letzten ihrer Art sein; wenn es in Zukunft noch einzelne Ausweisungen gebe, dann nur für Delikte, die nach diesem Datum begangen werden (// ne s'agirait que de sanctions ä l'egard d'actes d'hostilite precis et posterieurs ä ce jour) 97 . Bei offensichtlichen Fehlurteilen sagte Grandval eine Überprüfung zu. In den nächsten Tagen wurden die Gesuche der Parteien und Kirchen von der Militärregie ­ rung entgegengenommen und auf ihre Stichhaltigkeit hin überprüft. Kirchenrat Wehr berichtete, daß nach Beendigung seines Gesprächs mit Grandval sämtliche Kreisde ­ legierten im Vorraum gewartet hätten, um die Ausweisungslisten durchzusehen. Er selbst habe Grandval später zwei Listen von Personen mit der Bitte um Rücknahme der Ausweisungsbefehle überreicht 98 99 . Am 23. Juni meldete die Militärregierung, daß die Ausweisungen bereits in Verges ­ senheit geraten seien: Dix jours apres les expulsions, celles-ci paraissent dejä entrees dans l'oubli, et la population un instant troublee et inquiete semble rapide ­ ment retrouver son calme 99 Im Gegensatz zur ersten Ausweisungsaktion vom 2. Juli 1946, bei der die "Entpreußung" im Vordergrund gestanden hatte, war für die Aus ­ weisungen des Jahres 1947 die Entnazifizierung maßgeblich. Es wurden vor allem nicht-saarländische Nationalsozialisten ausgewiesen. Aufgrund der Rücknahmen bei den anderen Personenkategorien steigerte sich allerdings der Anteil der "Verdächtigen" auf ein Drittel des Gesamtumfanges. Insgesamt wurden in den Jahren 1946/47 von der französischen Militärregierung 1.820 Personen ausgewiesen; der größere Teil in den beiden Ausweisungsaktionen vom Juli 1946 (450 Personen) und Juni 1947 (1.058 Personen). Daneben erfolgten noch einzelne Ausweisungen von 94 Familien, die 312 Personen umfaßten 100 . Über den - im Vergleich zur nationalsozia ­ 95 Grandval, 10.6.1947 (Anm. 81). Die Antwortschreiben an die anderen Parteiführer hatten den gleichen Inhalt; MAE NANTES Cab.Pol. 81/62-64 u. LA SB VK 211. 96 Ebd. Siehe auch die Mitteilung der Militärregierung in der "Saarbrücker Zeitung" Nr. 71/47 (19.6.1947), S. 2. 97 Ebd. 98 Kirchenrat Wehr: Bericht über sein Treffen mit Grandval am 9. Juni 1947; AEKSB 08-5/3-2. Der ehe ­ malige Kreisdelegierte Tersac bestätigte mir im Juni 1990, daß direkte Verhandlungen zwischen Partei ­ führern und der Militärregierung über die Rücknahme (oder Bestätigung) einzelner Ausweisungen stattgefunden hatten. 99 GMSA/CAB/POL 510: Grandval an Laffon, 23.6.1947; AOFAA CC POL III K 3 p.44. Laffon meldete Paris die erfolgreich abgeschlossene Aktion; CCFA/SUR 316: Laffon an das CGAAA, 5.7.1947; AO ­ FAA SEAAA 1/3 p.61. 100 Ich stütze mich dabei auf die Aufstellung des Hohen Kommissariats vom 13. Januar 1950, die aller ­ dings, was die erste Aktion 1946 angeht, korrigiert werden muß: Statt 801 wurden nur 450 Personen ausgewiesen (801 war die ursprünglich geplante Zahl); HCRFS/CAB/POL 2429: Hoher Kommissar Grandval an Bidault, 13.1.1950; MAE Z EU/Sarre 1949-55 d.99/113-120. Von französischer Seite