378 2,7%. Fast zu vernachlässigen war der Erfolg der Wiederzulassung der Landkran ­ kenkassen: nur eine Kasse entstand, in Rheinland-Pfalz, mit knapp 1 600 Mitglie ­ dern im Jahre 1950. 18 Der große Agitationsaufwand der Bauernverbände hatte also quantitativ einen eher schmalen Hintergrund gehabt. Überraschend war vor allem das Ergebnis bei den Betriebskrankenkassen, und zwar in doppelter Hinsicht. Einerseits geschah hier der bei weitem größte Einbruch in das Mitgliederreservoir der Ortskrankenkassen; andererseits blieben zahlreiche 1946 aufgelöste Kassen aber auch nach 1949 geschlossen. Ende 1950 waren in der französischen Zone 167 Betriebskassen mit 141 350 Mitgliedern wieder gegründet ; 19 hinzu kamen bis Mitte 1951 etwa 80 000 Versicherte der Bahn- und Postkassen. * 40 Damit verloren die Ortskrankenkassen in den ersten anderthalb Jahren nach der Auflösung der Einheitskassen mindestens 220 000 Mitglieder (rund 12% der AOK- Mitgliederzahl 1950) allein an die Betriebskrankenkassen. Der Zuwachs der Be ­ triebskassen war im ganzen Bundesgebiet 1949/50 mit 18,3% erheblich, doch entfie ­ len 56,5% dieses Zuwachses (141 000 von 249 000) allein auf die französische Zone. Hier schlug sich die energische Opposition gegen die Einheitskrankenkasse, die sich in den Betriebsabstimmungen 1949 geäußert hatte, also deutlich nieder. Und doch spiegeln diese Zahlen teilweise auch die Richtigkeit der Argumente der Anhänger der Einheitskrankenkasse wider. Denn nach der Erhebung des Ortskran ­ kenkassenverbandes verzichteten 85 Kassen, also die Hälfte der Zahl der Wieder ­ gründungen, bis Juli 1951 auf das ihnen zustehende Recht der Wiedererrichtung; betroffen waren davon 35 571 Mitglieder, rund ein Viertel der gesamten Mitglieder ­ zahl der Betriebskassen mit Sitz in der französischen Zone. Damit wurde bestätigt, daß zahlreiche Betriebskrankenkassen - wie Kritiker der Sonderkassen betont hatten - bei zu kleinen Mitgliederzahlen sich nicht halten konnten: Die durchschnittliche Mitgliederzahl bei den wiedererrichteten Betriebskassen mit Sitz innerhalb der fran ­ zösischen Zone betrug 846 Versicherte, gegen 418 Versicherte bei den Kassen, die auf eine Wiedererrichtung verzichtet hatten; diese Durchschnittszahl der verzichtenden Kassen lag noch erheblich über den 300 Versicherten, die Württemberg-Hohenzol- lern als Minimum in seinem Wiederzulassungsgesetz angesetzt hatte. Eine weitere Verfolgung der Entwicklung ist nur teilweise möglich, da die amtlichen Statistiken des Bundesarbeitsministeriums seit 1951 nach Bezirken der Landesversi ­ cherungsanstalten, also Baden, Württemberg und Rheinland-Pfalz gegliedert sind; so lassen sich die Zahlen nur für Rheinland-Pfalz direkt vergleichen. Obwohl nach der Freigabe von Neugründungen durch den Bundestag gerade große Firmen wie die Aluminium-Firma Giulini in Ludwigshafen oder die Lederwarenfabrik Corne ­ lius Heyl in Worms 41 noch Gründungen in Angriff nahmen, ging die Zahl der Betriebskrankenkassen in Rheinland-Pfalz zwischen Ende 1951 und Ende 1953 von Die soziale Krankenversicherung im Jahre 1950, S. A 4. ” Ebd. 40 Erhebung des VdO, wie oben Anm. 37; die amtlichen Zahlen weisen die Versicherten in der französischen Zone für Bahn- und Postbetriebskasse nicht gesondert aus. 41 Umfangreiche Unterlagen hierzu und zu weiteren Beispielen in anderen Ländern, z. B. Burda in Offenburg, in VdO Lahr Altreg., bes. Az. 1042.