373 positiver Erfahrungen mit der Einheitskasse 1946/49 zu sehen ist, liegt als Vermu ­ tung nahe, läßt sich jedoch im Vergleich mit den anderen Faktoren nicht genauer quantifizieren. Eine der negativsten Folgen der Wiederzulassung der Sonderkassen lag für die Ortskrankenkassen in der Zunahme ihrer relativen Belastung durch die Rentner- und die Kriegshinterbliebenen-Krankenversicherung. Die Kranken ­ pflichtversicherung für Rentner wurde 1941 eingeführt, jedoch nur den Orts-, Be ­ triebs-, Innungs- und Land-, nicht den Ersatzkassen übertragen. Ersatzkassenange ­ hörige mußten, wenn sie Rentner wurden, in die AOK überwechseln, was seit jeher auf den Widerspruch der Ersatzkassen gestoßen war. Für die Ortskrankenkassen war die Rentnerversicherung eines der Kernargumente in ihrem Kampf um die Solidari ­ tät aller Versicherten, also die Einheitsversicherung. Tabelle 13 zeigt, daß der Anteil der Rentner in der Versicherung der französischen Zone, solange die Einheitskrankenkasse existierte, deutlich niedriger lag als in der Bizone und auch unter dem Durchschnitt des ganzen Bundesgebietes blieb. Mit Wiederzulassung der Sonderkassen schrumpfte dieser Vorteil der französischen Zone erheblich zusammen und wurde auch nur zu kleinerem Teil wieder zurückge ­ wonnen, als die Zahl der Pflichtversicherten Anfang der 50er Jahre absolut wieder anstieg. Hier ist vor allem in den Jahren 1949/50 eine deutliche Auswirkung der Auflösung der Einheitskasse zu beobachten: die Last der Rentnerversicherung wur ­ de jetzt auf relativ weniger Schultern verteilt. In der französischen Zone stieg der Rentneranteil an den AOK-Mitgliedem von knapp 19% im Jahresdurchschnitt 1948 auf knapp 30% 1952, eine Größenordnung, die im langfristigen Trend für die ge ­ samte soziale Krankenversicherung etwa auf dieser Höhe blieb und für die Ortskran ­ kenkassen noch weiter steigen sollte. 21 Gegner der Einheitsversicherung bestritten, daß die den Kassen für die Rentner zur Verfügung gestellten Beträge in den Nach ­ kriegsjahren für die Deckung der Kosten nicht ausreichten. Für die Bizone ist dieses Problem nicht eindeutig zu lösen, da die Rentner-Krankenversicherungsstatistik hier erst 1950/51 allmählich voll ausgebildet wurde; frühe Vergleichszahlen liegen für dieses Gebiet daher nur teilweise vor. 22 In der französischen Zone war die Rentner ­ versicherung bis zur Erhöhung der Beiträge im August 1953 aber jedenfalls, von Buttler u. a., S. 86 f., nennen für die Ortskrankenkassen für 1978 einen Rentneranteil von 36%, für die ganze gesetzliche Krankenversicherung von 28-29,6%. Vgl. Die soziale Krankenversicherung im Jahre 1949, S. 27; desgl. 1950, S. 30 f.; desgl. 1952, S. 39. Für 1952 Übersichten in DOK 34 (1952), S. 292 f., 448, 501 ff., 583 f. Zu den von den Ortskrankenkassen auf Bundesebene für 1949 errechneten Fehlbeträgen siehe Statistik in VdO-Rundbrief an Kassen in Rheinland-Pfalz 22/1950; Archiv AOK Trier.