22 stritten, und keiner der andern, deren Name und Gedichte be- kannt sind, bietet etwas Besonderes.“ Beide Autoren gehen an der einzigen Stelle, bei Riezlers Quellenangaben, wo nun noch der Beweis stecken könnte, vorüber, sie untersuchen sie we- nigstens nicht. Es sind dies die M.B. = Monumenta Boica, auf Grund von deren Angaben Riezler die Namensform Schiller in Schilcher abändern zu müssen glaubt. Wie die ersten Erörte- rungen dieses Kapitels zeigen, habe ich diese Untersuchung aus- geführt; allerdings erwies sich auch diese dritte Quellenangabe S. Riezlers als unergiebig für die Ermittlung der Heimat und Lebenszeit J. Schs. Die M.B. enthalten nichts über unsern Meistersinger. Somit ist aus Mangel an Beweisen74) die These, daß J. Sch. Münchener, ja sogar Mitglied der Münchener Mei- stersingerschule gewesen sei und vollends, daß er noch im 2. Dezennium des 16. Jhdts. gelebt habe, abzulehnen. Außerdem sprechen m. E. positive Gründe direkt gegen diese sprachliche und chronologische Einordnung J. Schs. Wenn S. Riezler nicht überhaupt andere Quellen für seine Angaben benutzt hat als die, die er oben nennt, so wage ich die Vermutung, daß er seine These auf einige Stellen der M. B. gestützt hat, die ich bisher nicht erwähnt habe. So steht in einer Urkunde dies Münchener St. Clara-Klosters vom Jahre 1437,. Worin ein Münchener Bürger eine Wochenmesse stiftet („Fundatio missae“75), zum Schluß „sint zeugen die erbergen Hainrich Schilch vnd . . ., purger zu München“; in einer andern Urkunde desselben Klosters vom Jahre 1445: „Venditio bono- rum“76) heißt es: „zewgen Sind die erbern . . . liainrice Schil- cher . . ., all drey burger zu Munichen.“ In einer dritten Urkun- de aus dem Besitz desselben Klosters vom Jahre 1447: „Rever- 74) A- Dreyer erwähnt noch a. a. 0. S. 329 in einer Anm.: „Weder in den Münchener Ratsprotokollen noch in den Pfarrbü- chern von St. Peter und unserer Lieben Frauen, welch letztere erst vorn Ende des 16. Jhdts- an erhalten sind, begegnet man einem Hinweis auf einheimische Mcistersänger.“ Also auch hier kein Hin- weis auf Jörg Schiller! 75) M- B. XVIIT (1808), S. 409 in den „Mon. monasterii S. Clarae Monachii, Diplomatarium Miscelhum“, Urkunde 353. 76) Ebenda, S. 436, Urkunde Nr. 377.