20 Dagegen bemerkt schon Rud. Krauß65 66) vorsichtig: „Ob der Meiste,rsänger J. Sch. (G I 314 f; Roethe in A.D.B. 31, S.210) mit Württemberg oder Schwaben etwas zu tun hiat, ist unsicher.“ Krauß rechnet ihn aber auch noch ins 15. Jhdt.! H. Holl and6 6) erwähnt nur J. Schis. Namen: „. . . dJem sonst weiter unbekann- ten Jörg Schiller . . .“. Der Historiker M. Doeberl67) aber scheint von der gleich zu erörternden Behauptung S. Riez- Ifers und den daran anknüpfenden Ausführungen A. Dreyers wesentlich beinfillußt zu sein; man sieht jedoch nicht recht, ob er J. Sch. zu den speziell Münchener oder zu den bayrischen Meistersingern überhaupt zählt. (Er sagt: JAus dem 14.Jhdt. fehlen Nachrichten über den Meistergesang in Bayern; viel- leicht wurde er damals hier noch nicht gepflegt, ist er ja erst in Nürnberg . . . Aus dtem 15. und dem Anfang des 16. Jhdits, sind wohl die Münchener Meistersängerzunft und einige Meistensänger, wie Jörg Schiller (Schilber) und Albrecht Lesch, sowie einige Meisterlieder bekannt, aber Nennenswertes brach- te der Meistergesang mit seinem steifen, verkünstelten Wesen auch jetzt nicht hervor.“ Eine ganz neue, positive These gegenüber der älteren An- sicht stellte dann erstmalig der bekannte Historiker Bayerns, Sigmund Riezler68), auf, die A. Dreyer69) wohll unbesehen übernahm und die neuerdings ebenso unbegründet von J. Nad- ler70) vertreten wird Denn >S. Riezler führt an der betreffen- 65) Schwäbische Literaturgeschichte in zwei Bänden, I, Lpz. und Tübingen 1897, „Anhang“ S. 399. 66) H. Holland, Gesch. d. altdeutschen Dichtkunst in Bayern, liegensburg 1862, S 579. 67) Entwicklungsgeschichte Bayerns, München 31916, S. 352. 68) Sigmund Riezler, Geschichte Bayerns, Bd. III, Gotha 1889, S. 866/7, erschienen in dem Sammelwerk „Geschichte der europäischen Staaten“, hrsgeg. von Heeren-Ukert-Giesebrecht. 69) A. Dreyer, a. a. 0. S. 344 ff. Dieser Aufsatz enthält manche Fehler bezw. erweckt zum mindesten viele falsche Vorstellungen. Sie werden im Gange der Untersuchung von mir jeweils richtiggestellt werden. A. Götze a. a. 0. erwähnt diesen Aufsatz nicht (1913!), der mir selbst auch erst verhältnismäßig spät in die Hände fiel. 70) J. Nadler, a. a. 0. »I, (1923) S. 386.