I. Sixt Birck, der Begründer des Augsburger Schultheaters. Eine rein theaterwissenschaftliche Arbeit über einen Dra- matiker des l6. Ih. wird heute noch in keinem Fall möglich sein, da unbedingt zuverlässige Arbeiten aus literarhistorischem Gebiet für diese Zeit fast ganz fehlen. Wenn auch Creizenachs Geschichte des deutschen Dramas eine ganz hervorragende und unentbehrliche Grundlage bildet, so kann doch bei der Größe des Gebietes letzte Genauigkeit in Einzelheiten nicht voraus- gesetzt werden. Wo eine solche unbedingt sichere Zuschreibung und Chronologie der Dramen, die das Hauptmaterial der theatergeschichtlichen Forschung im 16. Ih. bilden, nicht durch literarhistorische Linzeluntersuchung geschaffen ist, muß diese Vorarbeit mit dem speziell Theaterwissenschaftlichen verbunden werden. Von früheren Arbeiten über Sixt Birck sind die Disser- tationen von F. I. Schöberl, „lieber die Quellen des Sixt Birck", München 1919, und von L. Messerschmid, „Sixtus Birck, ein Augsburger Humanist und Schulmeister", Erlangen 1923, zunächst wegen der Spezialisierung der Themen, dann aber auch wegen ungenauer Angaben in unserm Zusammen- hang nicht verwertbar. Wichtiger ist die Dissertation von V. Auburtin, Tübingen 1895 (nur im Manuskript überliefert, das von Herrn Prof. Max Herrmann dem Theaterwissen- fchaftlichen Institut an der Universität Berlin geschenkt wurde), die sich mit der dramatischen Technik Bircks auseinandersetzt und dabei schon an eine Anzahl wichtiger Probleme heran- kommt, ohne allerdings bis zu ihrer Lösung durchzudringen. Allen drei Arbeiten liegt die Birck-Biographie des Jo- hannes Nysaeus zugrunde, die umfassendste Darstellung seines Lebens, die sich in Bircks Ausgabe der Werke des Lactantius (1563) befindet. Sie erschien also erst neun Jahre nach seinem Tod. Ueber das Leben des Nysaeus weiß man nur, daß er aus Augsburg stammt und seit 1550 in Basel als Professor der Rhetorik und Poetik tätig war, 1570 Superintendent in Schopfheim wurde und dort 1598 starb1. Er selbst bezeichnet 1. Thommen S. 360 als Berichtigung zu Athenae Rauricae, p. 266,