— 42 — 700 Zeilen ausgedehnt, während das Lied nur 81 Zeilen einnimmt: das Lied beschränkt sich aus die allgemeine Tendenz, der Spruch will breiter ausmalen. Lolche Rücksicht auf die Natur der Dichtungsgattung ist aber verhältnismäßig selten. Im großen und ganzen begnügt sich Hans Lachs damit, die Liedweise nach dem Umfange seines Stoffes zu bestimmen oder aber einen Ton zu wählen, dessen Namen sich mit dem Inhalt des Gedichts be- rührt'). Von einer bewußten Ungleichung von Sorm und Inhalt oder gar von einer gewollten Dissonanz zwischen beiden zum Zwecke scherzhafter Wirkung kann wohl, trotz Goedeke'), keine Nede sein, wichtiger ist, daß Hans Lachs von der Zeit ab, da er sich auch in seinen Meisterliedern der erzählenden Lchwank- dichtung zuwandte, die einfacheren weisen, vor allem die Lpruch- weise und den Nosenton, zu bevorzugen beginnt: hierin dürfen wir wohl eine freilich nur durch poetischen Instinkt veranlaßte Unnäherung des epischen Gehalts an die Zorm des epischen Ueim- paars erblicket?). was die numerische Stärke der verschiedenen Dichtungs- gattungen bei Hans Lacks betrifft, so zeigt die diesem Kapitel beigegebene Tabelle, daß Lachs mehr als doppelt soviel Meister- gesänge wie Ueimpaardichtungen verfaßt hat. Bezeichnend ist auch die Vorherschaft der weltlichen über die geistlichen Meisterlieder. Innerhalb der Lyrik, die von 1526—1556 durchweg überwiegt, *) So werden in der Schlangen- und vrachenweise hilprants nur Schlangen- und vrachengeschichten erzählt, ohne daß aber alle Vrachener- zählungen in einer dieser Weisen gedichtet wären: vgl. G o e tz e 13b. 25 Nr. 2254. (Ein Gedicht über dreierlei Nasen ist im Nosenton abgefaßt: Hertel S. 13 ff., ein Gedicht über Christi Leiden, am Charfreitag 1548 gedichtet, im passionai des Hans Falz: Gott. Hs. Bl. 136f., ein Gedicht über die Läuseplage in Ägypten mit dem Anfang „Als got straft durch vii wunder“ in Folzens Strafweise: a.a.G. Bl. 141 f., ein Lied mit dem Anfang „Mose kam zum perg sinay“ in der überhohen Bergweise: Bl. 189 ff., eins über den Hopfen im Bier in der Hopfenweise IN. Vogels: S ch w ä n- ke V 706, ein anderes über „die gesamelten engel“ in Hans Vogels Cngelweise: G 0 e tz e Bd. 25 Nr. 2148, ein weiteres über die keusche Jung- frau Brasilla im Frauen Ehrenton des Ehrenboten: a. a. C>.Nr. 1365, eines über den „plutgirig^n Katilina“ in der Blutweise des Hans Falz: a.a.G, Nr. 1687 u. s. f. Ä) Goedeke-Cittmann. stusro. S. XXXV. 3) vgl. die Bemerkung über Leheims Buch von den Wienern.