— 27 und nur auf die Kunst gegründet ist1). Holz erblickt, ebenso wie Mügeln, in der Philosophie das eigentliche Arbeitsfeld des Meistergesangs. Vas „in den Himmel Zielen", das er freilich den reifen Meistern vorbehalten wissen will, also die metaphysische Spekulation, die theoretische und prak- tische Einsicht in die Welt, ist ihm das Ziel, von einer tieferen Erfassung der Philosophie kann bei ihm freilich nicht die Nede sein. Er gesteht seine Unkenntnis ein, sucht aber auf eigne Hand den theologischen Mysterien auf den Grund zu gehn, mit dem Er- gebnis, daß eine restlose Erkenntnis sich für ihn als unmöglich herausstellt. Uber weit entfernt, sich hierdurch zum Zweifel an der Wahrheit der Dogmen verleiten zu lassen, erklärt er vielmehr, daß das Denken zur Erlassung der letzten Dinge nicht ausreiche, d. h. doch, daß über dem Denken der Glaube stehe2). Über die religiöse Lyrik des Hans Holz mögen einige kurze zusammenfassende Ungaben genügen. Uls Ganzes angesehen zeugt sie von eingehender Beschäftigung mit den Lehren der Kirche und von dem Bestreben, diese Lehre nicht nur für die eigene Person durchzudenken, sondern die Ergebnisse solchen Nachdenkens auch den Sangesgenossen mitzuteilen, vom ästhetischen Standpunkt aus steht allerdings der gedankliche und spruchartige Charakter des Stoffes zu der in formeller Hinsicht rein lyrischen Behand- lungsart in einem Widerspruch, der nur wieder beweist, wie wenig selbst den bedeutendsten Meistersingern das Gefühl für die notwendige Bedingtheit der Horm durch den Stoff eigen war. Im Vordergründe der Betrachtungen steht auch bei Holz die Jung- frau Maria und das Dogma von der unbesieckten Empfängnis, h vgl. über Nestler und Falz Goedeke, Germania XV (1870) 200; G o e de Ke, Gött. Gel. Nnz. 5t. 24 (1872), 1144; Noch, Meistersinger, Baijr. Blätter XIII 113; Wertheim, Entstehg. u. verlauf d. d. Mstrgsgs., Progr. Tilli 1897, s. 16; Mich els, H. Sachs. . , Voss. 3tg., Sonnt. Beil.Nr. 26 (18Y0); Y am p e, Mstrgsg. und Reform, a. a.