- 24 — mag als ainen Spruch, oder singen als ain liet.“ Bet allem Talent war Beheim doch kein ganzer Künstler, wie er es als Mensch bei aller verstandesmäßigen Einsicht in das Richtige doch zu keinem erträglichen Verhältnisse zu lvelt und Mitmenschen brachte. Buch unter denjenigen Liedern des 15. Jahrhunderts, die sich einer größeren Gruppe nicht unterordnen lassen, finden sich solche, die den Meistergesang selber behandeln. Sie heben den exklusiven Charakter der Singekunst und ihre Schwierigkeiten hervor') oder greisen mißliebige Sänger an2); gelegentlich wendet sich wohl auch ein einzelner gegen die Gesamtheit seiner Kunst- genossen"). Bm reichhaltigsten ist aber auch unter diesen Liedern die religiöse Lyrik vertreten: da haben wir logisch-metaphysische Spekulationen^), theologische Deutung von Erscheinungen der Tier- welt), selbst Bllegorien aus dem landwirtschaftlichen Leben"). Die Marienliedet) versteigen sich zum Teil zu geschichtsphilosophi- schen Konstruktionen, und an erotischen Zutaten fehlt es auch hier nicht). Bemerkenswert ist eine Paraphrase des Vaterunsers vom hülzing wegen der Forderung, der Laie solle es in deutscher Sprache beten, gleichviel ob die Priester die lateinische beibehielten'). Eine Bnzahl von Liedern, die an Bibelstellen anknüpfen, sind verifizierte predigten, etwa über die zehn Gebote"), den Bblaß") oder das Bbendmahl"), und haben die Kirchenlehre durch y Bartsch, Kolm. Hs. Nr. 47. 92. Ferner Bartsch, (Ein Baseler Meister-, gesangbuch, Beitr. z. (Quellenkunde d. altd. Lit., Straßburg 1886, S. 289 f., 295 ff. 2) Bartsch, Kolm. Hs. Nr. 168. s) Docen, Krit. Beschreib, e. Smlg. alter Mstrgsge., Beitr. z. Gesch. u. Lit., Hrsg. v. Frh.v.Nretin, 9.Bd., München 1807, S. 1147. Linen Einblick in das Leben der Sänger aus der Zeche gestattet das Lied b. Goedeke-Titt- m ann, Liederbuch S. 383 ff., Hi. 11. y So bei Jörg Breitling, wackernagel, a. a. G. Nr. 1045 s. 5) Bartsch, Kolm. Hs. Nr. 34. 6) heidelb. Hs. BI. 144 s. 7) Ebenda BI. 152' —154'. 150- 159'; vgl. auch 157' —159; ferner 156-157'. 8) wackernagel Nr. 1305. 1307. 9) Ebenda Nr. 536; Bartsch Nr. 195. 10) wacker na g e I Nr. 1054; Heidelb. Hs. Bl. 92-94. *) Wacker nagel Nr. 1303. ") a. a. (V. Nr. 427.