272 Alle Zeugen, welche während dieses Zeitraumes mit den Kindern in Be- rührung kamen, beurtheilen dieselben, namentlich die Marg. Kunz, sehr ungünstig. Landgerichlsrath Kleber bezeichnet zwei der Kinder (die Kunz, und die Leist) als verschmitzt und verlogen, wahrend ihm die Hubertus beschränkt erscheint. Dem Kriminal-Kommissar von Mrerscheidt-Hüllesseiu kam dagegen die Leist als die „dümmste" vor. Ueber den Geisteszustand der beiden andern Kinder war derselbe noch am 16. Oktober so wenig klar, daß er deren Unterbringung in eine Irrenanstalt vorschlug. Ueber- einstimmend mit dem Zeugen Kleber, dem die Kinder schon so der Lüge verfallen erschienen, das; er sich gar nicht mehr die Mühe gibt, sie zur Wahrheit zu ermahnen, charakierisict die Zeugin Riemer die Kinder, namentlich die Kunz, als verlogen, und der Zeuge Referendar Strauß gibt sein Urtheil dahin ab, daß ihm kein Verbrecher vorgekommen sesi welcher mit solchem „frechem Applomp" gelogen habe, wie das 9jährige Kind. Ich habe diese Urtheile nicht neben einander gestellt, um an einem derselben Kritik zu üben; im Gegentheil, ich muß dieselben von; Stand- punkte der Urtheilenden für berechtigt erklären. Die Kinder mußten dem Untersuchungsrichter Kleber verlogen erscheinen: denn während die- selben früher zahlreichen Personen, lind insbesondere dem ersten Unter- suchungsrichter gegenüber, die von ihnen behaupteten Erscheinungen mit aller Bestimmtheit und in allen Einzelheiten aufrecht erhalten, hallen dieselben, wenigstens das intelligenteste von ihnen, bereits theilweise vor dem Geheimpolizisten v. Meerscheidt-Hüllestem die frühern Angaben zu- rückgenommen, als Herr Kleber sie kennen lernte, und die Widerrufe und Widersprüche folgten sich dann in verschiedenen Versionen mit größerer oder geringerer Bestimmtheit vor ihm selbst unb vor andern Personen. Daß die Kinder die Unwahrheit gesagt und theilweise unter er- schwerenden Umständen die Unwahrheit gesagt haben, steht juristisch fest; aber gänzlich verkehrt wäre es, daraus den Schluß ziehen ju wol- len, daß die ersten Angaben, auf welche die Kinder später mit der frühern Bestimmtheit zurückgekommen sind, erlogen waren. Im Gegen- theil drängen die allergewichtigsten psychologischen Airhaltspunkte zu der Annahme, daß die Auslastungen unniittelbar vor und während der Detention der Kinder in Saarbrücken objeltiv unwahr waren. Der Eindruck, welchen die Kinder bis zu diesem Zeitpunkte machten, war ein sehr günstiger. Das Urtheil des Untersuchungsrichters Remclö habe ich