257 . — ließen einige Groschen zurück als angemessenes Entgelt für das, was sie gehabt. Es ist also unbegreiflich, wie man zur Begründung der Anklage auf Betrug diese Vorfälle anziehen kann' denn ein Vermögensvortheil im Sinne unseres 8 liegt doch nur dann vor, wenn ich etwas erhalte» wofür ich nichts gegeben. Es steht also fest, daß die Eltern keinen Vermögensvortheil irgend einer Art gehabt haben. Neben ihnen ist n»r noch Neur. des Betruges für sich beschuldigt. 2 Briefe mit Geldbeiträgen zur Errichtung einer Kapelle im Härtelwalde hat er erhalten. Ich wäre neugierig, das Ge- richt kennen zu lernen, das ans der Annahme dieses Geldes etwas gegen den Beschuldigten herleiten wollte. Aber Pastor Nenr. hat das Geld sogar mit dein Bemerken, das; keine Verwendung dafür sei, zur Verfü- gung gestellt resp. zurückgesandt. Obschon die Sache in der Vorunter- suchung schon vollständig klar gestellt worden war, hat man dennoch wiederum die Gensdarmen darüber als Zeugen vernehmen lassen, wie sie durch eine Ritze, resp. der eine auf den Schultern des andern stehend, durch das Fenster der Kirche ihre Beobachtungen machten und sehr kühn ans ihren Beobachtungen kombinirten, daß der Pastor Geld ans der Kirche in das Pfarrhaus getragen. Da der Herr Ober-Prokurator auf diesen Theil der Beweisaufnahme nicht zurückgekommen, darf ich wohl annehmen, daß er der Aussage d.s Schntzzeugen Glauben schenkt, daß der Pastor Neur. an dem fraglichen Abende einfach die Hostienbüchse ans der Kirche geholt hat. Hier möchte ich aber an noch etwas anderes erinnern. Wie an den meisten Orten, so war es auch in Marp. Sitte, daß das aus dem Altar Niedergelegte für den Pastor war. Aber Neur. hat aus einer Delikatesse, die wenige mit ihm theilen möchten, sobald diese Gelder bedeutender wurden, cs ausdrücklich abgelehnt, dieselben fernerhin an- zunehmen, und sind dieselben direkt an den Kirchenrechner gekommen. Man sollte meinen, meine Herren, es wäre jetzt genug; man mag die Anklage beleuchten, von wo man will, sie ist immer gleich haltlos. Und doch kommt erst die Hauptsache, nämlich die gewinnsüchtige Absicht. Ich konstatire, daß weder in der Konstitnirung der Beschul- digten noch in de in Plaidoyer des Herrn Oberprokura- tors auch nur ein Wort gefallen, aus dem die Verthei- digung e n t n e b m en könnte, wie man sich das mit der gewinnsüchtigen Absicht eigentlich denkt. Ich muß dies bemerken, um meine Kürze zu erklären. Es ist eben kein einziges Ver->