230 Neur. hingegangen und hat gesagt, daß eine Kapelle gebaut werden solle, und diese Kapelle solle von Stein und nicht von Holz sein. Der Pfr. soll erwidert haben, dazu gehöre die Genehmigung. Sie haben ge- hört, in welcher Weise der Pastor vor dem Regierungspräsidenten verhört worden ist. Hubertus hat weiter erzählt, daß die Umlage nicht bezahlt zu werden brauche. Sie haben ferner von Dubitschec gehört, daß Hu- bertus gesagt hat, die Muter Gottes sei noch nicht da, sie käme um 5 Uhr, also hat er vollständig an dieser Sache Theil genommen. Sie hörten, in welcher Weise das Geld vermehrt worden ist, wie es in Kaulen geworfen und mit Erde zugedeckt worden ist und wie reichlich die Opfer geflossen sind. Wie das Geld fortgekommen ist, ist nicht ermittelt worden. Damals war Hubertus mit im Walde und hat lebhaft an der Sache Theil genommen, indem er sagte: „dann und dann kommt die Mutter Gottes/ Er hat ferner am folgenden Tage mit die Messe be- stellt, nach welcher die Prozession stattsand. Außerdem hat er sich des Gewerbevergehens schuldig gemacht und selbst Bortheil davon gehabt. Ich bin der Ansicht, daß auch gegen ihn prinzipaliter die Beschuldigung vorliegt, daß auch er sich einen Betrug, ev. jedenfalls eine Hülfeleistung zum Betrüge hat zu Schulden kommen lassen. Weiter ist es die Frau Hubertus. Auch hier treten dieselben Momente wie gegen ihren Ehemann hervor. Sie war zur Zeit der Rücknahme des Widerrufes zugegen, wie sie selbst angegeben hat, in der Mariannenanstalt, und als die Kunz sagte: „Sage so, wie Du immer gesagt hast!" — war sie zugegen. Sie hat aber auch schon vorher an den Thathandlungen Theil genominen ; in ihrer Gegenwart und in ihren: Hause soll zum ersten Male die Dreifaltigkeit erschienen sein; sie hätte damals unter einem Baume gestanden, so daß angenommen werden mußte, daß sie das wußte. Sie war bereits vom Angeklagten Dicke vernommen worden: sie hat die Messe bestellt; sie ist am 5. Juli Abends mit zum Walde gegangen. Sie hat vor dem Untersuchungs- richter gesagt, wer die Fragen gestellt habe, wisie sie nicht; und doch war es ihr eigenes Kind, welches Gegenstand der Betrachtung geworden und von allen Seiten bewundert wurde. Ich glaube nicht, daß ange- nommen werden kann, daß eine Mutter sich vollständig zurückgehalten hat, und bin der Ansicht, daß sie volles Bewußtsein von der Sache ge- habt hat, nnd daß sie ebenfalls, wie ihr Mann, schuldig ist. Das Geld floß in die Haushaltung hinein. Ich glaube, daß in dieser Beziehung