— 205 — nachher gesehen, wie ein Soldat und 4—5 Civilisten Geld weggenommen haben. Zeugin Märzen aus Bettingen hat am 13. Juli, Morgens um 5 Ilhr, noch viel Geld an der Gnadenstelle liegen sehen, und zwar so viel, daß sie bei ihrer Rückkehr nach Marpingen gesagt hat: „Es ist eine wahre Schande, daß die Marpinger so mit dein Gelde umgehen, es so leichtsinnig da liegen lassen; ich würde Jemand 5 Sgr. geben, wenn er mit einer Schüssel hingehen wollte, um das Geld aufzuraffen und es den Armen zu geben." Joh. Kuhn, 64 I. alt, Ackerer. Präs.: „Es soll Ihnen etwas davon bekannt sein, daß die Kinder Hubertus, Kunz und Leist Geld abgewiesen hätten, was ihnen ange- boten war." Zeuge: „Ja, das ist richtig; es haben die Kinder immer getagt: „Ich nehme kein Geld an." Raute, 40 I. alt, Ackerer zu Marpingen. Präs.: „Ist Ihnen etwas bekannt, daß die Kinder Kunz, Hubertus und Leist Geld zurückgewiesen haben?" Zerr ge: „Sie haben kein Geld angenommen, sondern sie sind noch fortgelaufen und haben gesagt, sie nähmen kein Geld." Präs.: „Wissen Sie etwas von den Eltern?" Zeuge: Sie sagten: „Das wäre keine Geschichte, um Geld anzu- nehmen." — Daselbe wird bezeugt von Maria Rufs, 50 I. alt, Haushälterin aus St. Wendel. Gertrud Schneider bezeugt, daß sie am 12. Juli an jenem Tage, an welchem die Zeugin Schwind den Beschuldigten Recktenwald an der Gnadenstelle gesehen haben will, diesen vor seinem Hause, mit Holz- spalten beschäftigt, gesehen hat, dann an die Gnadenstelle ging, dort die Schwind und einen anderen Recktenwald gesehen, welcher rnit dem Be- schuldigten keine Aehnlichkeit hat; dieser andere Recktenwald ist jetzt gestorben, kann also nicht mehr zur Stelle beschafft werden " Wenzel Müller, 55 I. a., Taglöhner. Präs.: „Ist Ihnen etwas bekannt, ob die Kinder Geldgeschenke erhallen konnten, aber dieselben abgelehnt haben?" Zeuge: „Ich war im Hause bei Frau Kunz und habe gesehen, daß den Kindern verschiedene Male Geld angeboten war, sie aber dasselbe in keinem Falle angenommen haben; sogar fremde Herren haben gesagt' ich solle ihnen Geld überreichen, aber sie haben ke ns angenommen."