161 Bache m: „Ich möchte bemerken, 'daß der Beschuldigte nicht darum so viele Fragen stellt, um seiner Person ein gewisses Relief zu geben, daß ihn vielmehr, unter Vernachlässigung seiner juristischen Vertheidi- gung, nur die theologisch-mystische Seite interessirt." Dr. Thömes bemerkt, daß er in Zukunft nur die juristische Seite im Auge behalten wolle. Johanna Alfs, 40 I. alt, Köchin bei Pastor Neureuter in Mar- pingen: „Im August 1877 erschien eine Frau (die vorige Zeugin) im Pfarrhause und brachte ein Cigarrenkistchen, welches ungefähr bis zur Halste mit Kupfergeld angefüllt war, welches ich in Empfang nahm. Ob dieselbe das Kistchen vorher im Pfarrhause geholt, weiß ich nicht; ich habe dasselbe, ohne dem Herrn Pastor Nachricht davon zu geben„ dem Kirchenrechner gebracht. Weiteres ist mir nicht bekannt." Bachem: „Dr. Thömes wünscht aus verschiedenen triftigen Grün- den, daß die Zeugin noch nicht entlassen werde." Jakob Charriot, 24 I. alt, Zimmermeister und Kirchenrechner in Marpingen, Schwager des Beschuldigten Recktenwald: „Seit Früh- jahr 1877 bin ich zum Kirchenrechner ernannt morden. Dem Herrn Pastor steht das Opsergeld zu. Aber seit dem Fremdenverkehr vom Juli 1876 ab, als die Opfer bedeutender wurden, hat der Pastor sich nicht mehr darum bekümmert. Nur das Geld, welches Sonntags für ihn eingesammelt wurde, da er kein Gehalt mehr vom Staate bezog, hat er an sich genommen." Simons: „Ich mache darauf aufmerksam, daß der Pastor nur das für ihn, als Ersatz seines Gehaltes, bestimmte Geld genom- men hat." Charriot: „Auch das am Marienborn geopferte Geld ist für die Kirche verwandt worden. Wöchentliche Abrechnungen über das ge- opferte Geld habe ich nicht gemacht; am Schlüsse des Jahres sagte ich, so viel ist eingenommen und so viel ist ausgegeben worden. Die Haus- hälterin des Pastor Neureuter hat mir auch einmal ein halbes Cigarren- kistchen voll Geld gebracht, was ain Marienborn gesammelt worden war." Simons: „Die Bücher sind zur Zeit auch »ach Trier geschickt und daselbst amtlich nachgesehen worden- Dieselben kamen zurück mit dem Vermerk versehen, daß sie durchaus in Ordnung gewesen unb nur eine Quittung über einen kleinen Betrag gefehlt habe." Charriot: „Im Jahre 1877 sind ca. 4000 J(. für dieKirche ver-