138 Frauen mit Blumen gesehen, welche das Kreuz geziert und Ordnung unter den Leuten gehalten haben; sie hat auch Geld gesehen; die Frauen haben das heruntergefallene Geld wieder auf den Hausen gelegt. Eine der beiden Frauen hat gesagt, nach Aussage der Kinder käme heute die Mutter Gottes nicht. Zellgin hat die beiden Frauen nicht gekannt; sie sieht sich die Beschuldigten an und erklärt, keine derselben damals gesehen zu haben; namentlich die (besser gekleidete) Lehrerin Andre könne nicht dabei gewesen sein, weil die in Rede stehenden Frauen bäuerliche Klei- dung trugen. Jakob Kiuzer, Polizeidiener in Landsweiler, ist am 13. Juli an die Gnadenstelle gegangen, um seine Knaben zu holen; zwei Männer hätten ein 21U Fuß tiefes Loch gegraben und die ausgegrabene Erde über die Leute gestreut, am Rande des Loches habe auch Geld gelegen, es sei dort gesungen und gebetet worden. Ein bei ihm stehender Geist- licher habe gesagt, „wir wollen einen Rosenkranz für uns beten"; den Geistlichen habe er nicht gekannt; er sei gleich weggegangen. Die Frage des Oberprokurators, ob Recktenwald einer der Männer gewesen sei, die das Loch gegraben, verneint der Zeuge. Da die Thatsache des Geldopfcrs hinreichend konstatirt ist, so wird aus mehrere Zeugen verzichtet. Michael Scherer, 30 Jahre alt, Akerer aus Tholey, ist am 13. Juli an der Gnadenstelle gewesen; ein Mann in den 30er Jahren hat vargebetet und Erde au die Leute vertheilt; Recktenwald oder Hahn sind es nicht gewesen. Ein Frauenzimmer im Alter von 26 bis 28 Jahren im blauen Kleide, welches eine lederne Tasche an der Seite batte, sollte, wie gesagt wurde, das Geld mitnehmen. Es wurde viel geopfert, bis zil 10 Thalern. Daß das Geld vor der Ankunft des Militärs weggeholt worden sein solle, hat Zeuge erst später gerücht- weise erfahren. Verth. Simons: „Ueber den Verbleib des Geldes werden wir später eine Reihe von Schutzzeugen vorführen; ich habe aus der Aus- sage des Zeugen den Eindruck gewonnen, das; er eine Wegbriugung des Geldes nicht selbst beobachtet hat, und das; er namentlich nichts gegen die Beschuldigten ausgesagt hat." — Der Präs. bestätigt dies. Louise Schmitz, Lehrerin in Tholey, hat am 8. Juli 1876 die Lehrerin Andre in Marpingen besucht; Andre hat ihr gesagt, sie wisse nicht, was sie von d e n E r s ch e i n u u g e n halten solle.