— 132 wissen Stader aussagen, welcher 511 einem Jahre Gefängniß wegen Betrugs verurtheilt worden sei. Das Urtheil sei zwar noch nicht rechts- kräftig. Franz Bingeiner, 57 I. a., Färber ans Tholey, ist am 12. Juli 1876 in Marpingen gewesen. Zu der Gnadenstätte ist nicht hinzugekommen, weil ein großes Gedränge von Menschen dort nxr. Er ist dann in's Wirthshaus von Kreuz in Marpingen gegangen. Da war ein Mann Namens Stader, welchen der Zeuge schon im Walde gesehen hat. Dort fuhr derselbe ein geflochtenes Wägelchen mit einem Kinde von ungefähr 10 Jahren drin. In der Wirthschaft ließ er sich von der Wirthin ein Kissen geben, stellte ein paar Stühle zusammen, legte das Kind hinein und sagte: „Kind, wie sind deine Beine so kalt !'* Als Stadler einmal hinausgegangen, hat Zeuge sich überzengt, daß die Beine auch kalt waren. Das Kind wollte dann hinaus, und Stadler hat es hinausgetragen und auf die Bank vor dem Hause hingestellt. Da hat das Kind, im Rücket: von Stadler gehalten, sich etwas fortbe- wegt. Dann hat Stadler das Kind an einen dein Hause gegenüber- stehende!: Wagen gestellt und das Kind hat sich an der Deichsel fort- bewegt und gesagt, ich kann schon wieder gehen. Der Vater sagte, das wird sich schon machen. Das Kind wollte auch die Treppe hinauf gehen . .. Vertheidiger Simons bemerkt, daß diese Sache in gar keinem Zusammenhange stehe zu den Beschuldigungen, welche gegen seine Klienten vorgebracht würden. Vertheidiger Bachem sagt, daß er demzufolge auch die Kölner Verhandlungen über die Exzesse des Militärs in sein Plaidoyer hinein- ziehen werde. Präsident bemerkt, daß er sich einem Hineinziehen der Militär- szene in's Plaiooyer widersetzen werde. Die Vertheidiger machen nochmals darauf aufmerksam, daß dieser Vorfall in gar keinen Zusammenhang gebracht werden könne mit der gegen die Beschuldigten gerichteten Anklage. Präs, bemerkt daraus, das wolle man eben sehen. Die Zeugen seien benannt, und wenn auch diese Geschichte nicht genannt worden sei, so sei doch immer die Rede davon, die Erscheinungen seien wahr, cs seien Heilungen vorgekommen, und deßhalb könne anch diese Sache be- handelt werden, damit das Publikum sich überzeugen könne, wie hie und da Betrug getrieben wordei: sei.