118 Brauneck: „Mancher verwundert sich über sich selbst, daß er wieder gesuno geworden: so z. B. wurde ich am 4. Marz zu einem kranken Rottmarbeiter verlangt, und am 7. hörte ich, er sei gesund." Bachem: „Zum Kapitel der Heilungen möchte scheine Erklärung abgeben, welche weitere Erörterungen abschneiden kann. Wie der Herr Präs, gesagt hat, beauftragte der Herr Reg.-Präs. den Dr. Branneck, zu untersuchen, ob die Heilung des Kindes eine „wunder- bare" sei: der Dr. Brauneck selbst hat erklärt, daß seine damalige mündliche Aeußerung nicht als ein Gutachten angesehen werden könne; er hat das an der Zimmerthüre stehende Kind nur flüchtig angesehen, was doch offenbar als eine eigentliche Untersuchung nicht in Betracht kommen kann. Und doch hat Herr Dr. Brauneck behauptet, das Kind sei noch so schwach, daß eine wunderbare Heilung hier nicht vorliegen könne. Die Vertheidigung ist der Ansicht, daß hier nur die Frage in Betracht kommen könne, ob die Beschuldigten aus eigener Wahrnehmung die Heilungen unrichtig dargestellt haben. Die Frage, ob die Heilung lückit bloß ausfallend sei. sondern als „wunderbar" im theologisch-tech- nischen Sinne gelten könne, kommt nach Ansicht der Vertheidigung hier nicht in Betracht. Für eine Wnllderprüfung im theologisch-technischen Sinne können die Aeußerungen eines nur flüchtig prüfenden Arztes in keiner Weise genügen; vielmehr bedürfte es das ü r in jedem ein- zelnen Falle eines konkurrirenden Gutachtens m e d i z i n i s ch e r u n d t h e o- logischer Autoritäten. Ich glaube, daß der Herr Präsident in diesem Sinne die eben gehörte Aeußerung des Hrn. Sachverständigen auffaßt." Präs.: „Ichverwahre mich dagegen, d a ß m e i n e Ansicht dieselbe s e i, w i e I h r e A n s i ch t.sWelche Schlüsse das Richterkolleginm aus den festgestellten Thatsachen ziehen wird, das wird sich im Ur- theile finden." Wittwe Bonn aus Neuenahr hat ihr geisteskrankes Kind im August 1877 nach M. gebracht. Dasselbe ist zwar etwas ruhiger geworden, zeigt aber doch keine nennenswerthe Besserung seines Zustandes. Es sollte vom Friedensrichter vernommen werden, war aber unfähig dazu; ihr Mann hat den Kindern Geld angeboten, diese aber haben es abgelehnt. Woytt, Bürgerin, von Alsweiler, in St. Wendel wohnhaft, war zugegen, als der Reg.-Präs. v. Wolfs den Pastor Neue, ausfragte;