116 Thüre. Die beiden andern Kinder weinten, weil sie fürchteten, sie würden von mir Schlage bekommen, weil sie dem Kinde die Kleider ge- geben und ihm das Aufstehen gestattet hatten. Das Kind war voll- ständig gesund und ging Abends auf den Mariabrunnen." Dr. B r a u n e ck wird gefra zt, ob er das Kind in seinem heutigem Zustande noch einmal untersuchen wollen er lehnt das ab. Das Kind wird in den Saal gebracht; dasselbe sieht allerdings etwas mager aus, scheint aber, wenn man auf den bloßen Anblick hin sich ein Urtheil erlauben darf, ganz gesund zu sein. Prä .: „Nun, wir haben ja das Kind gesehen ; das genügt uns."' Elfte Sitzung. Montag den 10. März, Borm. von 9 bis 12% Uhr. Sachverständiger Tr. Braun eck äußert sich zunächst über den ge-' heilten Necktenwald: „Der Regierungspräsident hat angeordnet, daß ihm die geheilten Personen vorgeführt würden; damals habe ich auch den Recklenw. gesehen, aber nicht untersucht, weil ein invalider Berg- mann. welcher in einem Augenblicke geheilt sein will, für mich f.ini Gegenstand der Untersuchung ist, indem ja dessen Angaben unzuoer- lässig fhid." Ueber das Kind Kirsch sagt er: „Ich habe es nicht genau untersucht, sondern es bloß gesehen, als es mir vorgestellt wurde; ich- sollte eine wunderbare Heilung konstatiren und hoffte, es werde mir ein gesundes Kind vorgeführt werden. Ich habe die Befähigung, ein gesun- des Ktnd von einem kranken Kinde zu unterscheiden. Ich habe mich mündlich geäußert, dieses Kind habe dünne Beine und ein n dicken Leib,, welchen man ja „Kartoffelleib" zu nennen pflegt. Dieser Ausdruck ist bloß eine technische Bezeichnung, er sollte nicht beleidigender Art sein; so wie man eine gewisse Art von Hälsen „Gebirgs-Hälie" nennt, wenn auch die betreffenden Personen nicht im Gebirg- wohnen, so kann man auch hier von einem Kartoffelleibe sprecheir, wenn auch das Kind nicht vorher Kartoffeln g.geffcn hat. Von meinem medizinische!! Standpunkte aus sage ich, daß es mir ganz erklä lich vorkomint, daß der R convalescent' das Gehvermögen wiedererhält Das Kind war ja eben nicht rin roth-- wangiges, wie man sie auf dem Lande zu sehen bekommt, sondern hakte- ein bleiches un - spitziges Gesicht."