89 — iiner Tageblatt' zuerst Nachrichten über die Marping^r Vorgänge überhaupt gesunden habe, dag ich mich.nachdem erst um nähere Auf- klärung au Herrn Pastor Neureuter gewendet habe. Dabei darf ich aber nicht verschweigen, das; das .Berliner Tageblatt' später verschiedene Artikel veröffentlicht hat, in deren einem ich auffälliger Weise genau die- selbe Deutung der Marp. Erscheinung gefunden habe, wie sie sich in den Angaben der Margaretha Kunz zu erkennen gibt, nachdem dieses Kind mit dem Polizei-Kommissar v. M e e r s ch e i d t - H n l l e s s e m in Be rühr ring gekommen war. Aus den Verhandlungen Hierselbst 'hat sich aber ergeben, dag Herr v. Hüllessem zu dielen Artikeln des .Berliner Tageblattes' in sehr naher Beziehung gestanden hat. Präs.: „Das interessirt uns hier nicht." Zeuge: „Ich muß darauf aufmerksam machen, Herr Präsident, daß ich als Zeuge verpflichtet bin, Alles zu sagen, was mir über die zu verhandelnde Angelegenheit bekannt ist. Ein Zeuge ist zudem teine bloße Maschine; er hat einen Willen, er hat seine eigene Ueber- zeugung, und meine innere Ueberzeugung drängt mich, Männer in Schlitz zu nehiuen, die ich hochverehre, die rch aber gleich gemeinen Verbre- chern arrf der Anklagebank sitzen sehe." Verih. Bachem: „Der Zeuge hat soeben eine Aussage von höchster Tragweite gemacht, er hat konstatirt, daß in dem Artikel des .Berliner Tageblattes', dessen Verfasser notorisch mit dem Polizei-Kommissar v. Hüllessem in Beziehung gestanden hat, Angaben enthalten seien, welche den Deutungen entsprechen, die die Marg. Kun; nach ihrer Zusam- menkunft mit dem Polizei-Kom. v. Hüllessem gegeben hat." Präs.: „Der Artikel des .Berliner T.-Bl.' wird beachtet werden. Ich frage noch den Zeugen, ob er geglaubt hat, im Sinne des Pastors Schneider zu handeln, als er dessen Namen unter den von ihm her- rührenden Artikel setzte." Zeuge: „Ich erinnere.mich, daß ich damals allerdings nicht ge- nau im Sinne des Herrn Einsenders gehandelt habe. Ich weiß, daß ich mich damit einer gewissen Rücksichtslosigkeit schuldig gemacht habe, einer Rücksichtslosigkeit, der sich indessen unter gew'ffen Umständen kein Redakteur entschlagen kann." Berth. Simons: „Ich bitte, den Zeuo-m zrr fragen, wie er über den Dr. T h ö m e s urtheilt." Präs, gestattet dies erst nach einer längeren Auseinandersetzung mit dem Vertheidiger. 7