77 Zeugin Schm, weiß nicht, ob sie groß oder klein, ob sie alt oder jung gewesen; schließlich schützt sie dieselbe auf 40 Jahre. — Es wird nachgeforscht werden. Kath. Krebs, 17 I. alt, hat die Kunz im Marianen-Jnstitut kennen gelernt, die Kunz hat ihr gegenüber kein Geständnis; über die Erschei- nungen gemacht! dieselbe habe mehr mit der Helena Schinitt verkehrt, sie sei einmal zugegen gewesen, als die Kunz einen Brief geschrieben an den Baron v. Hüll., die Kunz habe denselben mit lieber Hr. Baron be- gonnen, aber auf Veranlassung der S ch nt. in Hochgeehrter Hr. Baron umgeändert. Den Brief selbst habe sie nicht gesehen. Dr. Strauß, 27 I. alt, Referendar in Saarbrücken, katholisch. Auf dem Untersuchungsamte thätig, habe er sich für die Marpinger Dinge sehr interessirt und den Untersuchungsrichter gebeten, ihm die Sachen mitzutheilen. Da sei ihin als interessantestes Monient aufge- treten, daß die kleine-Margaretha Kunz gesagt habe, von einem ihr un- bekannten Mädchen sei ihr angegeben worden, wie sie sich benehmen solle. Dies habe er klar stellen wollen und auf seinen Wunsch sei er vom Untersuchungsrichter Hrn. Kleber beauftragt worden, mit der Kunz nach Marpingen zu reisen. Er sei an die Sache herangetreten mit dem Glau- ben, daß ein Eingreifen Gottes möglich sei. Am 29. Nov. sei er nun mit dem Mädchen über Schiffweiler, seine Heimath, nach Marpingen gereist. Zu Hause habe er übernachtet und seine Eltern gebeten, nichts mit dem Kinde über die Erscheinungen zu reden. Nachdem er durch freundliche Behandlung das Vertrauen des Kindes erlangt, habe er ver- sucht, in ihr seelisches und geistiges Leben einzudringen. Zuerst habe er geprüft, ob sie etwas gelernt habe; er habe sie nach den 10 Geboten, nach den „Formalien" [sic!] von Glaube, Hoffnung und Liebe gefragt. Daun habe er sie gefragt, ob sie wisse, was die „Unbefleckte Empfängniß" sei. Dieselbe ver- neinte es: dieses Wort habe sie einmal von einem Mädchen gehört oder in einem Gebetbuche gelesen. Darauf habe er sie über andere Schulfächer gefragt, und dann erst sei er auf die Erscheinungen gekom- men. Der Zeuge sagt wörtlich: „Ich bediente mich dabei sehr ernster Worte und sagte: Jetzt mußt Du mir die allerstrengste Wahrheit sagen und bedenken, daß Deine Worte für meinen Glauben an die Marpinger Ereignisse von Einfluß sind." Nun erzählte sie: „„Am 3. Juli sah ich im Walde einen weißen Schein, einer menscklichen Gestalt ähnlich. Sie war sitzend, die linke Hand hing herunter, die rechte ruhte unter der