72 wer ihnen das Alles eingegeben hätte, wer der Anstifter gewesen, sei. Er habe der Sache keinen Werth beigelegt; später habe ihm Frau Riemer gesagt, dab diese Unterredung am Tage zuvor gewesen, ehe der Brief an Pastor Neur. geschrieben worden sei. Dr. T h ö m e s fragt, „ob der Zeuge die Kinder gesehen habe vor deren Zusammentreffen mit Dr. Merscheidt-Hüllessem." Zeuge: „Nein". Emma Walter, 14 I. alt. In den Akten ist ein verkehrtes Alter angegeben, danach mühte die Zeugin jetzt 15 I. alt sein; sie kann nicht vereidigt werden. Präs.: „Haben Sie einmal vor der Reise des Dr. Straus; mit der Kunz gehört, das; Jemand von den Verwandten mit der Kunz ge« sprachen hat?" Walter: „Ja, die Frau Kunz hat zur Margaretha Kunz gesagt wenn sie vor Gericht käme, sollte sie nur so sagen wie sie früher gesagt hätte, Präs.: „War das Frau Kunz die da sitzt?" Walter: „Ja." Präs.: „Erinnern Sie sich genau, der Worte, die Frau Kunz dem Kinde zugerufen: „es soll sagen, wie es gesagt hätte, wie früher?" Walter: „Ja, wie früher." Präs.: „Hat die Frau Kunz nicht dazumal einen Schirm in der Anstalt stehen lassen?" Walter: „Ja, ich habe ihn der Frau Kunz nachgebracht." Präs.: „Wo fanden Sie Frau Kunz?" Walter: „Ja, ich bin ihr nachgelaufen, ich traf sie vor Uhrmacher Meiser. Die Frau hat sich umgeguckt, ob Niemand sie sähe, und hat zu mir gesagt, ich soll zum Gretchen allein sagen, wenn's vor Gericht käme, dann soü's so sagen, wie es immer gesagt hätte." Präs.: „Haben Sie einen Zettel im Bette der Kunz gefunden?" Walter: „Ich habe 2 Zettel gefunden; als ich den ersten fand unb lesen wollte, hat ihn die Kunz mir aus der Hand gerissen und in's Feuer geworfen ; w o ich den Zettel gefunden, weist ich nicht genau, ich glaube, in der Stube, wo wir sind. Die Ueberschrist lautete: „Liebe Mutter." Präs.: „Wie war es m't dem zweiten Zettel?" Walter: „Den habe ich im Belte gefunden.." Präs.: „Es ist das der Zettel?"