69 Pa st. Neur. bittet den Präß, den Hrn. Domkapitular zn fragen, ob 9jährige Kinder die hl. Kommunion empfangen dürften. Der Präs, bemerkt dem Hrn. Domkapitular dazu, die Marg. K. habe in einem Alter von 9 Jahren, welches dem gewöhnlichen Laufe nicht entspräche, die Kommunion empfangen; er habe bis jetzt keinen Fall gehört, daß einein Kinde in gefährlicher Krankheit die Kommunion ertheilt worden fei; der Pastor sei auch mit einer Menschenschaar zn dem Hause gegangen. Domkap. A r n.: „ W e n ii derHr. PastordasKind für hin- reichend unterrichtet gehalten und die Ueberzeugung hatte, das; es gefährlich krank war, dann war er streng- stens verpflichtet, dem Kinde die Komm union zu reichen." Präs.: „Aber wenn der Pfarrer in ein Haus geht und die Kom- munion ertheil:, so entzieht sich das der Beobachtung des Publikums?" Domk. Arn: „Auf dem Lande ist es Gebrauch, daß alle Kranken feierlich versehen werden; geschieht dies nach dem Frühgottesdienst, so begleitet die ganze Gemeinde den Priester." Präs.: „Das kommt doch auf die Gegend an." Domk. Arn.: „In der Diözese Trier ist das aus dem Lande Ge- brauch." Verth. Bachem bittet ausdrücklich zu konstatiren, daß, nach Aus- sage der Zeugen, dieser Vorgang also ein ganz gewöhnlicher, jedenfalls gebräuchlicher sei, das; er aber als eu: erstaunlicher und anßergewöhn- licher angesehen worden sei. Der Präs, verwahrt sich gegen die letzte Bemerkung, wenn damit gegen ihn eine Insinuation gemeint sei. Vertheid. Bachem hat keine Kritik damit verbinden, sondern diesen Vorgang als einen ganz gewöhnlichen konstatiren wollen. Dr. Thömes bittet den Zeugen als Sachverständigen . . . Präs : „Der Zeuge ist nicht als Sach verständige r, sondern aui den ausdrücklichen Wunsch Neureuters als Zeuge geladen." Thömes: „Es handelt sich um Wunder . . . ." Präs.: „Darüber wollen wir keine Expertisen haben; es gibt Leute, die glauben an die blaue Unmöglichkeit." Thömes: „Wir haben eine medizinische Expertise, warum denn keine theologische Expertise?" Wenn ich über meine bona fides in dieser Beziehung beurtheilt werden s^ll, haun ist unbedingt enordcrlich, daß eine katholisch-theologische Expertise zugezogen wird."