50 Der Gerichtsschreiber verliest den Artikel. Derselbe ist über- schrieben : „M arp in g e n v o n der h e i le r e n S e i te." Auf Besingen erklärte Zeuge, den Artikel nicht geschrieben zu huben. Bachem: „Es fragt sich, ob Zeuge in irgend welcher Be- ziehung zu diesem Artikel steht." Zeuge: „So weit er bis jetzt verlesen ist, nicht." Im weiteren Verhör erklärte Zeuge, zu jener Zeit von Reportern überlaufen worden zu sein, und möge er einen derselben über sein Zusammentreffen mit Dr. Thömes berichtet haben; über dieses Zusammentreffen sei damals auch ein iu anderem Sinne geschriebener Artikel erschienen. Dr. Thömes beantragt noch weitere Fragen, um festzustellen, ob Hr. v. Meerscheidt-Hüllessem Glauben verdiene. Zur Abkürzung der Sache erklärt die Vertheidigung, jetzt schon in der Lage zu sein, zu beweisen, das; der Beschuldigte Dr. Thömes berechtigt war, an der Glaubwür- digkeit des Hrn. v. Meerscheidt-H. zu zweifeln. Ze;ige v. M.-H. gibt ferner zu, das; er den Namen James Marlov nicht blos; sich beigelegt, sondern auch einmal geschrieben habe. Friedensrichter Gatzen in Tholey: „Ich habe die Kinder am 20. September 1876 vernommen; Kunz ist zwar die Jüngste, aber doch die Geweckteste und äußerte sich sehr frei und gerne. Ich habe die Kinder nicht über Alles ausgefragt; in der .Germania' hatte ich grade gelesen, das; sie den h. Geist gesehen haben sollten und darum habe ich sie da- rüber ausgefragt. Kunz sagte, die Taube, unter dem sie den h. Geist verstand, habe über dem kleinen Knaben Nikolaus Leist ge- schwebt; ich habe nicht genau gefragt, ob das geschehen sei, während die Worte: „„Dieser ist mein geliebter Sohn!"" gesprochen worden sein sollte;;. Ich habe aber auf seine Antwort die Frage so gestellt: „„Hat der h. Geist geschwebt über Marie oder —"" und darauf hat Kunz sofort gesagt: „„Nein, über dem Nikolaus Leist."" Aus dem Protokolle, welches damals der Zeuge Friedensrichter Gatzen aufgenommen hat, wird verlesen, daß Kunz gesagt habe: „Ich habe auch den Teufel gesehen; er sagte, wir sollten niederfallen und ihn anbeten. Wir haben nie Geld angenommen, da die Eltern uns dies verboten. Die Kerzen wurden von den andern Leuten in den Wald gebracht, aber Nachts, so daß wir nicht wußten, von wem." Gatzen fährt fort: „Ich habe vermuthet, die Kinder Hütten ihre Gedankenbilder theils aus dem Leben, theils aus gemalten Bildern