35 unb klar aus, das britte bagen etwas verschwommen; sie erklärten, am 3. Juli im Härtelwalde Heidelbeeren gesucht zu haben; als sie nach Hause gingen, hätten sie am Ausgange des Waldes eine weiße Frau mit einem Kinde auf dem Arme, sitzend oder stehend, gesehen; am fol- genden Tage sei dasselbe geschehen; sie hatten gefragt, wer sie sei, und sie habe erwidert, „ich bin die unbefleckt Empfangene"; sie habe auch gesagt, es solle an der Stelle eine Kapelle erbaut werden; sie hätten in der Folge noch oft diese Erscheinung gehabt. — Es ergab sich ein Wider- spruch in ihren Aussagen; die Hubertus hat behauptet, sie allein habe mit der Mutter Gottes gesprochen, die Kunz und Leist aber nicht: Kunz aber sagte, sie und die Hubertus hätten mit der Mutter Gottes ge- sprochen. Dieser Widerspruch ergab sich auf das Allerbestimmteste. Pastor Schneider macht daraus aufmerksanr, dieser angebliche Widerspruch könne sich vielleicht dadurch erklären lassen, daß das eine Kind leise mit der Erscheinung sprach, so daß das andere Kind das nicht gemerkt hat. Dr. Thömes fragt, ob denn in dem Protokolle ausdrücklich beide Kinder von demselben Tage redeten, oder ob es nicht möglich sei, anzunehmen, daß das eine Kind behaupte, am l. Tage habe es allein mit der Erscheinung gesprochen, aber am 2. Tage hätten beide mit ihr gesprochen. Damit dies klar gestellt werden könne, und überhaupt zur vollständigen Aufklärung der Sache verlangt Dr. Thömes, daß das ganze Protokoll, welches Remelö vor den Kindern ausgenommen hat, verlesen werde; nach langer und erregter Debatte ordnet der Hr. Ger.- Präsiduit die Verlesung an. Präs, zum Zeugen Remele; „Sind Sie katholisch?" Zeuge: „Ja." Präs.: „Es ist am Ende von Bedeutung, daß nicht bloß evange- lische Beamten in dieser Sache siguriren. Bei den Akten liegt ein Schriftstück aus der Redaktion der .Germania', worin die Beamten aus- geführt sind, die in diesem Prozesse thätig waren; bei den Meisten heißt es: „evangelisch"; bei Ihnen heißt es: „katholisch getauft". Vertheidiger Bachem: „Die Vertheidigung erklärt, daß sie keine Veranlassung zu einer Erörterung über diesen Gegenstand habe." Präs.: „Es sei ja vielleicht möglich, daß einer oder der andere der Beschuldigten denke, für ihn habe es keine Bedeutung." Vertheidiger Simons: „Es ist für die Vertheidigung von gar keiner Bedeutung."