— 21 — Oelung gespendet habe, was bekanntlich nur dann geschehen darf, wenn der Geistliche bie Ueberzeugung hat, das; die betr. Person auf den Tod erkrankt sei; einer Person welche man für gesund halt, die hl. Oelung zu spenden, wäre ein sündhafter Mißbrauch.) Präs : „Der Untersuchungsrichter hat Ihnen gesagt, daß die Kinder vor ihm widerrufen hätten; Sie aber haben in den Zeitungen ge- schrieben, von einem Widerruf könne keine Rede sein; also haben Sie dem Untersuchungsrichter nicht geglaubt." Neur: „Die Kinder haben mir versichert, daß sie nicht widerrufen hätten; zur Erklärung des Widerspruchs zwischen den Aussagen des Untersuchungsrichters und denen der Kinder gibt es vielerlei Möglichkeiten. Präs.: Es sind ja viele K o n k u r r e n z k i n d e r gegen die Marpinger Kinder aufgestanden. Neur.: Ich bedaure sehr, daß man die Sache dieser Konkurrenzkinder nicht gründlich untersucht hat. Präs.: Ein Wund er ist etwas, was nicht durch natürliche Kräfte, sondern nur durch die Einwirkung Gottes möglich ist; weil wir nun bei Beurtheilung der Mp. Fälle n'cht die Kenntniß aller Naturgesetze besitzen, so können wir nicht beurtheilen, ob in denselben ein Wunder vorliegt. Die Ereignisse in Rußland können wir am selben Tage erfahren ; wenn vor 100 Jahren Jemand behauptet hätte, so etwas könne geschehen, würde man damals gesagt haben, das sei ein Wunder. Ferner muß jedes Wunder nützlich und Gottes würdig sein, auch den Men- schen in sittlich-religiöser Weise heben. Da das so ist, wie konnten Sie, Herr Pastor, diese Vorfälle für Wunder halten? Die Erscheinung soll den ganzen Tag da gesessen haben; was ist dabei erzielt worden? Ist das Gottes würdig? In der Bibel sind vereinzelte Wunder erzählt worden, welche in würdiger Weise gewirkt worden sind; aber in Mp. sollen die Wunder in Masse fabrikmäßig gewirkt worden'sein. Pascal hat getagt: „zur Zeit Christi „sind Wunder nöthig gewesen, damit dieser sich als Gottes Sohn aus- „weise; aber heute sind keine Wunder mehr nöthig, da Christi Werk, „vollendet ist'" Diese Stelle Pascal's hat ein katholischer Schriftsteller in einem Werke angeführt, welches vom Pabste gelobt wurde. Es ist ja auch der Fortbestand des Chistenthums ein beständiges Wunder. Neu r.: Auch heute wird das Christenthum geleugnet wie früher und darum sind auch Wunder h e u t r n r ch t ohne Nutzen. Man kann darum nicht ....