Die Kirchengemeinde hatte vor dem Weltkriege ein Vermögen von ungefähr 410000 M., das auf Hypotheken ausgelichen oder in Staatspapieren angelegt war. Dem ftanden Schulden im Betrag von 390 000 M. gegenüber, die befonders durdi die Erneuerung der Ludwigskirche erwadrfen waren. Die Umlage wurde auf 80000 M. veranfehiagt und als Kirchcnfteuer 32 Vs °/o der ftaaliichen Einkommenfteuer erhoben. Auher den Kirchen und Pfarrhäufern ift audr der 78 Ar grolje Ludwigsplals Eigentum der Gemeinde, fowie einige Wiefen und Gärten, die verpachtet find. Das Stift St. Arnual zahlte für die von ihm nodi verwalteten und idion verkauften, der Gemeinde Saarbrücken gehörenden Grundftücke ein jährliches „Praedpuum“ von 2 300 M. Im Jahre 1917 wurden an Schuldenzinfen 16894 M. und für Sdiuldentilgung 10151 M. bezahlt. Für das Jahr 1919 wurde die Kirdrenftcuer auf 35 °/o erhöht. Das Grundgehalt der Pfarrer ftieg von 3 000 M. bis 4 800 M. Der Staat zahlte für jede Pfarrftelle 800 M. Zufdruh. Dazu kamen Dotations- Zulagen und Entfdiädigung für aufgehobene Stolgebührcn. Der Pfarr- dotationsftock belief lieh auf 47 592 M- Durch den unerhörten Markiturz ift das Vermögen der Gemeinde, foweit es nicht in Landbehh befteht, wertlos geworden. Freilidr konnte die Gemeinde audi ihre Sdiulden abfto^en, nachdem ihr von der Regierungskommiffion 28 Millionen Mark (in dem ftark entwerteten Kurs) zugewendet worden waren. Seit dem 1. Juni 1923 muhte der Haushalt der Gemeinde auf die von der Regierungskommiffion ein- geführte Frankenwährung umgeftelit werden. Gegenwärtig hat die Gemeinde 20 000 Fr. Sduilden, die fie, da die Steuern in Rückftand find, als Betriebskapital aufgenommen hat. Die Kirchcnfteuer darf nach einer Verfügung der Regierungskommiffion nidit mehr als 30 °/o der ftaatlichen Einkommenfteuer betragen. Der Gemeindehaushali fchlieht nach dem Voranfchlag für 1925 bei einer Umlage von 215 009 Fr. mit ungefähr 250 000 Fr. in Einnahme und Ausgabe ab. Die Ge- meinde hat aus der Verpachtung von Grundftüdcen eine Einnahme von 4657.80 Franken. 253