11. GOTTESDIENSTLICHE ORDNUNG UND KIRCHLICHE FEIERN Im 18. Jahrhundert wurde nicht nur an Sonn- und Fefttagen. iondern auch in der Woche öffentlicher Gottesdienft mit Predigt gehalten und zwar: 1. alle Mittwoch Predigt, wobei der Superintendent und der Pfarrer abwcchfelten; 2. alle Freitag Predigt, die der Diakonus{fpäter Freiprediger genannt),hielt; 3. alle Samstag die Veiper, die der Pfarrer hielt; 4. dazu kamen noch einige Betftunden, die der Pfarrer und der Dia- konus abwechfelnd hielten. 5. Wenn das hl. Abendmahl gehalten wurde, io war Samstags die Vorbereitungspredigt, wobei der Superintendent und der Pfarrer abwechfelten. Diefe wechfelten auch in der Vormitlagspredigt an Sonn- und Behagen, während der Pfarrer und der Diakonus in der Sonntag-Nachmittagsprcdigt fich ablöften. Der Diakonus war auch verpfliditct, alle 14 Tage in St. Johann die Nadimittags- predigt zu halten und an hohen Fefttagen den dortigen Pfarrer zu unterftühen. Trauungen und Taufen in der gräflichen Familie und bei den Beamten hielt der Superintendent, andere Taufen der Pfarrer oder der Diakonus, dem die Predigt oblag. Trauungen in der Stadt verrichtete der Pfarrer, der die Mittwochspredigt hatte, in den Vorftädten der Diakonus. Krankenbcfuche follten „ohne Unterfdricd der Kirchendiener und Pfarrkinder, wie es Gelegen- heit und Notdurft erforderte“, abgeftaltet werden. Die Land- pfarrer muhten abwechfelnd in den Wochen, in die kein Bettag oder Feiertag fiel, die „Zirkularpredigt“ in Saarbrücken halten. bürft Ludwig nahm an jedem Karfreitag in der Schlohkirche das Abendmahl. Kommunion und Beitagspredigt wechfelten monatlich in beiden Kirchen. An den erften Tagen der drei hohen Fefte wurden in jeder Kirche zwei Predigten gehalten, an den zweiten Fefttagen war nachmittags Kinderlehre. Im Jahre 1836 wurden die 2 wöchentlichen 124