und die Presbyter empfingen Kerbler und feine Anhänger an der Kirchentür; Kerbler trug eine Soutane, ein Koller und ein Barett. Gymnafiaften fangen im Chor, dann folgte die Feftpredigt über 1. Petr. 2, 5 und Ev. Johannis 10 (vom guten Hirten). Am nädiften Dienstag war grobes Feit in den Anlagen am Sdianzenberg, wo ein Bruder Johannes der Hauptredner war. Abends brachten Gymnafiaften Kerbler einen Fackelzug; ein Primaner hielt eine Begrüßungsrede. Es wurde in Saarbrücken eine Sammlung für die deutfdvkatholifche Gemeinde eröffnet, die 2400 Taler ergab; einige Evangclifche zcidi- ncten einen jährlichen Beitrag von 100 Talern. Am 28. Auguft 1845 wurde den Deutfch-Katholiken die Mitbenutzung der beiden evange- lifdicn Kirchen auf unbeftimmte Zeit gehaftet. Ein exkommunizierter katholifcher Pfarrer namens baß wurde am 21. September in der Schloßkirche durdi Kerbler eingeführl. Faß nahm i. J. 1848 an der revolutionären Bewegung teil, wurde Schriftleiter des Saarboten, verlor aber das Vertrauen feiner Gemeinde und ging 1851 nach Amerika, wo er bald nachher ftarb. Bereits im Jahre 1850 hatte das evangelifdie Presbyterium auf mchrfadie Klagen, daß bei dem deutfeh - katholifchen Gottesdienft das Wort Gottes nidit lauter und rein gepredigt, fondern verderbliche Zeitdoktrinen erörtert würden, den Deutfdrkatholifchen die Benutzung der evangelifchen Kirchen ent- zogen mit der Begründung, daß die Entwicklung der dcutfch-katholifchcn Gemeinde den Erwartungen nicht entfprochen habe. Im Jahre 1848 wurde auch das Presbyterium der evangelifchen Gemeinde von der politi fchen Bewegung ergriffen. Am 24, März d. J. faßte das Presbyterium folgenden Befchluß: „ln Folge des Aufrufs Seiner Majeftät des Königs an fein Volk und die deutfehe Nation mit der Erklärung, daß er die alte deutfehe fchwarz-rot-goldene Fahne an- genommen habe, befchloß die Vcrfammlung, noch heule eine folche Fahne in feierlichem Zuge unter Gefang der Jugend und mit Regiments- mufik-Begleitung auf der Ludwigskirchc aufftecken zu laffen. Die 122