Worte des Evangeliums halfen: Jesus, heisst es, nahm das Brod (ungesäuertes, weil es zur Osterzeit geschah) und brach es, so werden wir auch für die Zu- kunft ungesäuertes Brod in länglichter Form nehmen, es brechen und mit den Worten des Erlösers selbst es den Communicirenden reichen: Christus spricht: Nehmet hin und esset, das ist mein Leib, der für Euch gegeben wird, solches thut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen bei Darreichung des Kelches: Christus spricht: Nehmet hin und trinket, das ist mein Blut, das für euch und viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden; solches thut, so oft ihrs trinket, zu meinem Gedächtniss. So kann also kein Gewissen beschweret werden. Wer von Kindheit an gewohnt war und wem es fetjt noch Bedürfniss zu beten: Unser Vater! oder Vater unser! erlöse uns vom Bösen, oder erlöse uns vom Uebel, der bete cs fort; nur ver- gesse er nicht, dass das Eine dem Andern, dem Sinne nadr, vollkommen gleich ist und dass Worte Brüder nidit mit Brüdern entzweien dürfen, die zu Einem glauben, zu einer Liebe und zu einer Hoffnung durch das Evangelium Jesu vereinigt sind. Die Vereinigung beider Confessionen, weiche wir jeht vornehmen, ist schon lange dem Geist und der Gesinnung nach geschehen. Aber so wie es Pflicht ist für entzweit gewesene, aber nun wieder vereinigte Gemüther, es auch zu zeigen und vor der Welt zu bekennen, dass sie wieder eins sind, so ist es audi Pflicht dieser beiden, lange durch Worte getrennten evang. Gemeinden, es laut im Angesichte Gottes und der Welt auszusprechen, dass keine Trennung mehr unter ihnen statt finde und dass beide Eins seyen und gestü^t auf das Evangelium Jesu und nur aus diesem und ihrem freien Vernunftgebrauch und ihrem Gewissen schöpfend nach der Lehre des Apostels: Prüfet alles und das Gute behaltet! auch eins bleiben wollen. Dazu stärke uns Gott! Und so finde uns Alle der lang ersehnte Tag, an welchem wir in einem Geiste beten werden: Herr Gott dich loben wir! Herr Gott, wir danken dir! Dich, Gott Vater in Ewigkeit, ehret die Welt weit und breit. Heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott! heilig ist unser Gott, der Herr Zebaoth. Amen. Die evangelischen Geistlichen der Consistorial-Kirchen zu Saarbrücken und St. Johann-Saarbrücken. Saarbrücken, 27. Aug. 1817. Ludwig Philipp Hildebrand, erster Pf. und Pracsident des ev. lutherischen Lokal-Consistoriums in Saarbrücken 103