hinein. Am 4. Januar 1684 erlief la Goupilliere die Verordnung, daß alle diejenigen, welche die katholifche Religion annehmen würden, vier Jahre von allen Laften und Befchwerden, Einquartierungen, Umlagen, Steuern und Fronden befreit fein follten. Alle Amtleute, Schultheißen, Meier und Schöffen erhielten bei Strafe der Wiedercrfeßung den Befehl, die Neubekehrten nicht mit folchen Laften zu belegen und, wie fpäter zugefeßt wurde, ihren Anteil auf die Lutheraner und Reformierten zu legen. Die Entfcheidung aller Prozeffe folcher Neubekehrien mit Gegnern anderer Religion behielt fich der Intendant felbft in zweiter Inftanz vor, damit jenen kein Unrecht gcfchehe. Die Beobachtung der katholifchcn Feiertage wurde ftreng geboten, felbft die Verrichtung der notwendigften Gefdiäfte, wie Heumachen, Anfertigung eines Sarges u. dgl. an Sonn- und Feiertagen wurde mit Geldftrafe belegt. Den Beamten wurde der Befuch der Meffe eingefcharft, bei Erledigung von Stellen nur Katho- liken angeftelli. So arbeitete man mit den gröbften Mitteln daraufhin, die proteftantifche Bevölkerung von ihrem Glauben abtrünnig zu machen. Am 21. Dezember desfelben Jahres machte der Intendant folgendes bekannt: Da es der Billigkeit nicht entfpreche, daß die katholifchen Einwohner von der Benußung der Kirchen ausgefchlolfen feien, fo befehle der König, daß an allen Orten, wo fich zwei Kirchen befänden, die kleinere den Katholiken eingeräumt werden follc; wo nur eine vorhanden fei, follte fie beiden Bekenntniffen gemeinfchaftlich fein, jedoch follten die Katholiken auf die kirchlichen Einkünfte keinen Anfpruch erheben und keine Störung des evangelifchen Gottesdien ft es verurfachen, die Meffe nur im Chor gelefen und diefer nötigenfalls abgetrennt werden. Damit wurde der bisherige durch den Weflfälifchen Frieden anerkannte Rechts- zuftand umgeftoßen, obwohl der König kurz vorher, am 15. Auguft 1684, bei dem Regensburger Waffenftillftand den Proteftanten in den reunierten Gebieten die Beibehaltung ihrer Kirchen verfprochen hatte. Da Saarbrücken und St. Johann eine Stadtgemeinde bildeten, fo wurde auf Grund diefes königlichen Erlaffes die Kirche zu St. Johann von den Katholiken allein beanfprucht. Dem widerfeßte fich aber der Pfarrer 45