die diditgebauten Holzhäufer. Auch das Dadi der Sdilofkirche wurde vom Feuer ergriffen, die Glocken fehmoizen und fielen herab. Um nur aus den Flammen zu entkommen, fchlugen die Bürger die Stadttore ein und retteten fich ins Freie. Mittlerweile hatten die Kaiferlichen zwei Brücken über die Saar gefchlagen und befdioffen das Schloß aus zwei Batterien von St. Johann und von der Saarbrücker Seite aus. Durch den Widerftand und die BrandFiftung der Franzofen erbittert, warfen fie fchlieflich am 18. Feuerkugeln in das Schloß, nötigten die Befafung zur Übergabe, und die Kroaten verübten unter den Brandftiftern em gräfliches Gemefel. Die Gräfin Eleonore Klara war faft bis zum leften Augenblick von den Franzofen zurückgehalten worden und kaum dem Tode entronnen. Ihr Gemahl, Graf Guftav Adolf, wurde am 7. Oktober desfelbcn Jahres als kaiferlicher Generalmajor in einem Gefecht gegen die Franzofen bei Kodiersberg in der Nähe von StrafJpurg tödlidi verwundet und ftarb zwei Tage fpäter in Strafburg. Seine einbalfamierte Leiche ift noch in der evange- lifchen Thomaskirche zu Straf bürg zu fehen; in der Schlofkirche lief fein Sohn Ludwig Kraft feinen beiden Eltern ein präditiges Grabmal errichten. In Saarbrücken fah es jeft öde und traurig aus; alle Häufer, mit Ausnahme von 6 maffiv aus Stein erbauten, lagen in Afdie und Schutt. Von der Schlofkirdie war Dadi und Turm abgebrannt, das Schlof war zur Hälfte vom Feuer zerftört; die Häufer im Raufdiental waren ebenfalls niedergebrannt. Zu den vom Feuer verfchont gebliebenen Häufern gehörte das Gymnafialgebäude, das vereinzelt Fand, und einige Häufer adeliger Familien; audi einige kleine Häufer in der Vorftadt vor dem Markttore waren noch übrig. Die Einwohner hatten fidi gleich beim Brande nach allen Seiten hin geflüchtet und irrten von allem entblöft und dem Elend preisgegeben umher. Manche von ihnen kehrten nicht mehr zurück; einige Farben vor Schrecken und Entbehrung, andere liefen fich auswärts nieder und noch 40 bis 60 Jahre fpäter fand man heimliche Verftecke, in welchen 42