Von einer öffentlichen Buße foll abgefehen werden. Neuer außerordent- licher Beitag? Die Predigten follen nicht zu lang und nicht zu kurz fein. Ob überall die Kirchenbücher richtig geführt werden, und ob Brautleute vor der Kopulation examiniert werden follen? Ob die cen- iura morum richtig gehalten worden fei? Dann folgen wieder Klagen über bauliche Mißftände, geringes Entgegenkommen und barfches Wefen des Kirchenfchaffners Odrs. Die Klagen werden dem Grafen übermittelt, der Abhilfe verfpricht. Ungehorfam der Bauern, fchlechte Gehälter. Ob der Pfarrer von Reisweiler abzufeßen fei? Dabei hatten die Herren von Hagen und die Freiherren von Kricchingen mitzufprechen. Ein außer- ordentlicher Bettag wird wegen der gefährlichen Zeit für nötig gehalten. Im Jahre 1622 fand wegen der Kriegsgefahr keine Synode Itatt. Im folgenden Jahre trat wieder Ruhe ein. Neunte Synode 1623. Dienstag nach Cantate, 14. Mai, 7Uhr. Pfarrer Bernhard Weber aus Bifchmishcim predigte über den 10. und 13. Artikel der Auguftana. Der Graf wohnte der Predigt bei. Der Pre- diger tadelte, daß die Kalviniften Tagten, die Kinder würden ohne Sünde geboren. Die Synode wurde im Chor der Schloßkirche gehalten. Der Superintendent dankte Gott für die friedliche Wendung der Zeit und mahnte zur Einigkeit und Verträglichkeit. Joh. Kafimir Heer aus Hcusweiler fprach de facramentis in genere et de baptismo, und es wurde bis 12 Uhr disputiert, dann eine Stunde Mahlzeit gehalten. Die Befchwerden follen fchriftlich übergeben werden. Die cenfura morum ergab keinen Tadel; nur über den Pfarrer von Uberherrn, Laurentius Weber, wurde wegen Weintrunks und unfreundlicher Behandlung feines Amtes geklagt, und er wurde ernftlich vermahnt. Zehnte Synode 1624. 3. November. Pfarrer Göß von St. Arnual predigt zwei Stunden über cena domini (Abendmahl), dann redet der Pfarrer von Kölln über denfelben Gegenftand, und es folgen die Gegengründe der Amtsbrüder. Die cenfura morum ergab keine Klagen. In den Jahren 1625 und 1626 fand keine Synode ftatt, weil Kriegsvolk im Lande lag. 1627 waren nur die Pfarrer verfammelt, 37