Nachtwächter (ollen jeder, wenn fie die Uhr beim Hochzeitsfehmaus anmeldcn, ein gutes Glas voll Wein und nicht mehr gegeben werden, da- mit fie die Wadit nidit unaditfam tuen. Zur Mittagszeit foll ihnen der Hochzeithaltcr eine halbe Ma^ Wein, audi Suppe und Fleifch nach Haufe folgen laffen, ein Gleiches dem Turmwächter, doch nicht eher als zur Morgenfuppe am Nachhochzeitstag. Wegen der Schüler und des Glöckners foll cs beim Herkommen bleiben, doch foll die „Er- fteigerung“ verboten fein. Wenn fie eine Mufik halten, mag es nadi Belieben gehalten werden. Widerfehlichc gegen Pfarrer und Sdiult- heiljen follen in Arreft genommen und die letzteren bei der Ordnung von Kirchenfcnioren, Sdiöffcn und Gerichtsperfonen unterftübt werden, Unvermögende, die eine Schenkhochzeit nicht halten können, dürfen hochftens 5 l'ifdie Leute laden; die bei einem Wirt beftellte Mahlzeit ift jeder Gaft dann zu bezahlen fchuldig (Irthochzcit). Dabei follen die Gafte nicht übernommen und wider Billigkeit befchwert werden.u Auf Kindtaufen foll nur eine Mahlzeit zu 2 Tifdien gehalten werden bei 10 Gulden Strafe, und der Schmaus foll nidit über 10 Uhr dauern. Damit die Predigt nicht von vielen verfäumt werde, follen au^er den Goten (Paten) nur 4 Perfonen weiblichen Gcfchlechts das Kind be- gleiten und der Kindbetterin Glück wünfehen. Gemeine Bürger oder Bauersleute follen nidit über einen halben Rcichstaler „Pettern- oder Gotengefchenke“ machen, andere Bürger nicht über einen Reichstaler. Standesperionen nicht über einen Dukaten. Verehrung von Silbergeschirr oder anderen koftbaren Accidentalien follen bei 20 Rtlr. Strafe unter Inländifdien abgefchafft fein. Der Gevatter und die Gevatterin follen des Gelags ledig fein; die anderen follen bezahlen, wenn nidit der Mann ein halb Viertel und die Frau eine Mab Wein mitbringt. Den Patenkindern foll zum nädiften oder folgenden Jahr hochftens ein Hemd nidit über einen Reichstaler an Wert verehrt werden, und an 3 Neu- jahrstagen hernach, „wenn das Kind felbft zufprechen wird, etwa ein Weck oder geringes Geldlein nach Gefallen**. Das unnühc Heben der Gevattern foll bei 5 Gulden Strafe abgefchafft fein. Wenn die Wöchnerin 27