evangelifcher Pfarrer in Kölln, Gleichzeitig wurden die PfarrverhällniiTe neugeordnet und das Einkommen der Prediger, wo es nötig fchien, erhöht, auch wurden die Kirchenfabriken in ein „Corpus“ zufammengezogen. 3, KIRCHENZUCHT, SCHULE UND SYNODEN Das Werk der Kirchenreform wurde von Graf Philipp III. durdi die Einführung der naifauifchen Kirchenordnung abgefchiofien, die fchon 1574 crlaffen war und 1576 bei Sigmund Fcyrabend in Frankfurt a.M. in Druck erfchien; fic gab genaue Vorfchriften über den Goltcsdicnft und jegliche Art von kirchlichen Handlungen, ja, fie regelte das ganze Leben der Gemeinde auf kirchlicher Grundlage. Es wird den Super- intendenten und Predigern eingeichärft, bei der reinen Lehre, wie fie in der Schrift, den drei bewährten Symbolen und dem Augsburger Glaubensbekenntnis ausgefprochen fei, getreulidr zu verharren, fodann sollten fie des ärgerlichen und gefährlichen Disputierens, wie es damals von vielen Geiftlichen geübt wurde, fich enthalten und dem Volke die wahre Religion ohne Spitzfindigkeit lehren. Wenn einer unreine, ärger- lidie Lehren verbreitete, fo feilte er ermahnt, im Wiederholungsfälle mit Geldbuße beftraft oder entlaffen werden. Für die Pfarrftellcn follten nur fittlich und wiffcnfchaftlich taugliche Prediger behelft werden; über ihre Fähigkeit hatten die Superintendenten ein fchriftliches Zeugnis auszultcllen. Auch die fonftigen Kollatoren durften nur geeignete und würdige Perfonen präfentieren; falls fie die Pfarrei länger als 2 Monate unbelebt lielzcn, io follte der Superintendent Macht haben, felbft fie zu hcftellen. Die Superintendenten follten einmal im Jahre die Pfarrei revidieren und darauf achten, da^ das Pfarrgut nidit vermindert werde. Den Kollaioren wurde verboten, von den Präfentierten irgend ein Entgelt anzunehmen. Zweimal im Jahre follten die Pfarrer zu gemeinfamer Befprechung unter Leitung des Superintendenten zufammenkommen. Auch die Belferung der Sitte lief? die Regierung fidi angelegen fein. Den Untertanen wurde fleißiger Befudi des Gotles- dienftes eingcfchärft; die Läffigen follten von den Pfarrern und Älteften 2 Geldiidite der ev. Gemeinde Alt-Saarbrücken 17